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  <title>Projekt Zukunft: Das Wissenschaftsmagazin</title>
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  <description>Projekt Zukunft ist das aktuelle Wissenschaftsmagazin der DW. Die Sendung spricht alle an, die sich für Forschung und Wissenschaft in Deutschland und Europa interessieren. Verständlich formuliert, spannend dargestellt und immer nah dran: die neuesten Trends aus Wissenschaft und Forschung.</description>
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  <copyright>2012 DW-WORLD.DE, Deutsche Welle</copyright>
  <pubDate>Wed, 15 Feb 2012 03:42:17 GMT</pubDate>
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   <title>Kavitation - Wasser reinigen mit Ultraschall</title>
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   <description>Antibiotika, Psychopharmaka, Hormone - viele Stoffe gelangen über das Trinkwasser in die Nahrungskette, ohne dass die Menschen es wissen. Denn die biologisch wirksamen Substanzen werden in den Kläranlagen nicht vollständig abgebaut.Wissenschaftler haben jetzt ein Verfahren entwickelt, wie das Wasser ohne Chemikalien gereinigt werden kann: Mit Ultraschall und Hochdruck erzeugen sie winzige Hohlräume im Wasser, die schlagartig zusammenbrechen und dabei so viel Energie freisetzen, dass am Ende die ungewünschten Verunreinigungen zersetzt werden. Im Labor funktioniert diese Methode der &quot;Kavitation&quot; bereits, in Zukunft soll sie im großen Stil getestet werden.</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
   <itunes:keywords>Trinkwasser, Kläranlage, Kavitation, Bläschen, Hormone, Antibiotika, Psychopharmaka, Ultraschall</itunes:keywords>
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   <pubDate>Sun, 12 Feb 2012 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Neue Materialien - mehr Energie mit der Batterie der Zukunft</title>
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   <description>Elektromotoren gelten als der Autoantrieb der Zukunft. Schwachpunkt sind heute noch die Batterien: zu schwer, zu schwach, und das Laden dauert zu lange. Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickeln einen neuartigen Typ von Batterie.Der neue Energiespeicher soll ohne Blei und ohne Lithium auskommen. Stattdessen sollen Metall-Fluoride dafür sorgen, dass die Batterie deutlich mehr Ladung speichern kann als bisher.</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
   <itunes:keywords>Akku, langlebig, lange Haltbarkeit, Ladung, Karlsruher Institut für Technologie, Batterien aus neuen Materialien, Grafit und Metallfluorid statt Blei</itunes:keywords>
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   <pubDate>Sun, 5 Feb 2012 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Im Gespräch Daniela Keßner: Vom Fahrer zum Passagier</title>
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   <description>Der Mensch im Verkehr der Zukunft – nur noch als Beifahrer? 
„Das kann aber auch sehr gefährlich sein.“ sagt unser Studiogast, die Psychologin Daniela Keßner von der Technischen Universität Berlin. Die Usability-Beraterin beschäftigt sich damit, welche Technik, bei wem, warum gut ankommt.
	DW-TV: Frau Keßler, die Kontrolle über das Steuer abzgeben, wollen wir das überhaupt? Sind wir denn dazu bereit?

	 

	Daniela Keßner: Ich glaube nicht, dass wir bereit sind. Heute ist es schwierig für Menschen, sich vorzustellen, im Auto zu sitzen und nicht mehr einzugreifen. Das hängt mit ganz vielen Faktoren zusammen. Zum einen ist Kontrolle abgeben überhaupt ein Thema, zum anderen gibt es durchaus ganz berechtigte Zweifel daran, ob das gut ist. Wir wissen zum Beispiel, dass Fahrer, die nicht mehr selber fahren, in der Aufmerksamkeit nachlassen. Das ist eine monotone Aufgabe: Nur noch das Auto zu überwachen, ob man möglicherweise jetzt eingreifen muss, weil der Computer nicht richtig reagiert. Wenn ein Eingreifen notwendig wird, braucht der Mensch eine gewisse Zeit, um sich überhaupt wieder zu orientieren. In welcher Situation befindet sich das Auto, wie reagiert man richtig? Das ist gefährlich. Es gibt also noch ein paar ungelöste Aufgaben.

	 

	Das heißt, wenn wir die Verantwortung abgeben, dann sind wir auch nicht mehr in der Lage, im Notfall zu reagieren.

	 

	Nicht mehr in der Lage ist zu viel gesagt. Wir sind nicht mehr in der Lage, so schnell und nahtlos zu reagieren, wie wenn wir die ganze Zeit selber gefahren wären. Wir müssen die Situation erst wieder erfassen, uns richtig in ihr einrichten, und dann reagieren. Diese Zwischenzeit macht ihn gefährlich, diesen Wechsel zwischen dem automatisierten und dem manuellen Fahren.

	 

	Würden Sie sich denn in ein fahrerloses Auto setzen?

	 

	Nein, ganz ehrlich, das würde ich nicht machen wollen.

	 

	Gibt es denn regionale Unterschiede, wie Technik akzeptiert wird?

	 

	Es gibt Länder, wo die Menschen insgesamt technikaffiner sind. Wir wissen zum Beispiel von Japan, dass dort Roboter entwickelt werden, die in der Pflege zum Einsatz kommen werden. Ich glaube, dass so etwas in Deutschland heute noch undenkbar ist. Es gibt also durchaus Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und Deutschland. Ich glaube, dass wir einen hohen Anspruch an Individualität, in der Pflege und auch beim Autofahren haben.

	 

	Welches sind denn die wichtigsten Fragestellungen bei der Entwicklung neuer Techniken? Oder anders gefragt: Sind die, die sie entwickeln, nah genug an uns Kunden?

	 

	Ich glaube, dass das häufig ein Problem ist: die Nähe zum Kunden. Damit Technik akzeptiert wird, muss sie ja erst einmal nützlich sein. Das ist häufig nicht das große Problem. Technik erfüllt immer irgendeinen Zweck. Sie muss aber auch gut bedienbar sein. Wo immer der Mensch, der Benutzer die Wahl hat zwischen verschiedenen Produkten, die alle das Gleiche tun, entscheidet er sich natürlich für das Produkt, das er sehr gut bedienen kann. Und da gibt es Unterschiede. Das liegt wiederum daran, dass in der Entwicklung sehr häufig der Benutzer und sein Verständnis von dem, wie er die Aufgabe erledigen will, nicht oder nicht genug berücksichtigt wird.

	 

	Ich muss mit Ihnen natürlich auch über das Thema Gebrauchsanweisungen sprechen. Die sind wahnsinnig kompliziert geschrieben und außerdem liest sie auch keiner. Ich habe noch nie eine Gebrauchsanweisung gelesen, glaube ich. Dass es auch anders geht, das zeigen Geräte, die sich intuitiv bedienen lassen.

	 

	Genau. Ein hohes Ziel. Nicht immer kann man das verwirklichen. Es gibt Geräte, stellen wir uns eine Kraftwerksteuerung vor, die kann nicht intuitiv sein. Natürlich muss man hier schulen. Dennoch haben sie Recht. Das Thema Gebrauchsanweisung ist ganz wichtig. Da trifft dasselbe zu wie bei vielen Software- oder Website-Produkten. Die Hersteller versetzen sich zu wenig in die Produktion und das Grundverständnis eines normalen Nutzers hinein. Der normale Nutzer begreift seine Aufgabe anders als der Techniker, der das Gerät entwickelt hat. Und das findet zu wenig Berücksichtigung, besonders auch bei den Gebrauchsanweisungen.

	 

	(Interview: Daniela Levy)</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
   <itunes:keywords>Verkehrssysteme, Interview mit Daniela Keßner, Diplompsychologin TU Berlin, Auto, Strasse, Autopilot</itunes:keywords>
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   <pubDate>Sun, 29 Jan 2012 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Blitzschlag - Suche nach der Überlebenschance</title>
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   <description>Der Einschlag eines Blitzes kann Menschen töten. Doch wie breitet er sich im Körper aus? Wie wird das Herz belastet und welche Dosis ist tödlich? Eine Forscherin hat jetzt an der TU Darmstadt die weltweit erste Computersimulation durchgeführt, die all das sichtbar und berechenbar macht.
	Das Zusammenspiel unzähliger Computer erlaubt ein realistisches Bild dieses Vorgangs und macht es möglich, einen Belastungs-Grenzwert festzulegen. Die Hoffnung: Autos, Flugzeuge und Blitzschutzanlagen sollen dadurch sicherer werden.</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
   <itunes:keywords>Blitzschlag, Überlebenschance, tödlich, Wirkung im Körper, Ausbreitung, Computerprogramm HUGO, Irina Munteanu, Universität Darmstadt, Grenzwerte, Blitzschutz</itunes:keywords>
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   <pubDate>Sun, 29 Jan 2012 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Im Gespräch: Technische Hilfe im Ohr - das Cochlea-Implantat</title>
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   <description>Zu Gast im Studio ist Prof. Dirk Mürbe, Leiter des Sächsischen Cochlear Implant Centrums.Das Ohr ist eines unserer 5 Sinnesorgane, ist es einmal kaputt, kann es nicht repariert werden. ABER, es gibt technische Hilfe: Das sogenannte Cochlea-Implantat. Wichtig dabei ist allerdings, die Hörprothese möglichst früh einzusetzen. Denn das Gehirn kompensiert die Taubheit und entwickelt sich deswegen anders. Je länger man also wartet, desto mehr muß im Kopf umorganisiert werden. 

DW-TV: Herr Mürbe, sind denn Cochlear-Patienten eher Kinder oder eher Erwachsene?

Dirk Mürbe: Heutzutage versorgen wir ungefähr ein Drittel unserer kindlichen Patienten mit Cochlea-Implantaten, zwei Drittel sind erwachsene Patienten.

DW-TV: Was ist denn der Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen?

Dirk Mürbe: Sie unterscheiden sich in dem Rehabilitationsweg, also dem Wiedererlangen von kommunikativen Fähigkeiten nach der Operation, ganz grundsätzlich. Kinder müssen mit dem Implantat ja Sprachen erst erlernen, während die erwachsenen hörgeschädigten Patienten in der Regel vorab gehört haben und dann zunehmend schwerhörig geworden sind und dann das Implantat brauchen. 

DW-TV: Das heißt Sie operieren eigentlich niemanden, der von Geburt an taub ist und der dann erst mit 26, sagen wir mal, so ein Implantat kriegen würde?

Dirk Mürbe: In der Regel nicht.

DW-TV: Wie schwer ist denn festzustellen, wenn ein Kind so ein Implantat bekommt, ob es damit gut oder schlecht sprechen lernt?

Dirk Mürbe: Das ist bei Kindern natürlich ein besonders schwieriger Rehabilitationsprozess, weil sie uns nicht direkt widerspiegeln, wie gut es mit der Sprachentwicklung voran geht. Wir bemühen uns da in einem interdisziplinären Rehabilitationsprogramm, an dem Logopäden, Sprachtherapeuten und Ingenieure beteiligt sind, das Kind über zwei bis drei Jahre zu begleiten und die Grundlagen für den Spracherwerb zu schaffen, das Kind dabei zu unterstützen. Wie gut das funktioniert, ist nicht so einfach zu erfassen, weil es eben sehr schwer direkt messbare Parameter gibt. Aber wir haben eine Forschungskooperation mit dem Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften eröffnet. Und in dieser Kooperation möchten wir gerne ereigniskorrelierte Potenziale - das sind Hirnströme in Reaktion auf Sprachstimuli – messen, um eben diesen frühen Spracherwerb von Kindern dokumentieren zu können und auch herausfinden zu können, welche Kinder kommen sehr schnell im Spracherwerb voran, welche Kinder langsam.

DW-TV: Das heißt, Sie gucken ins Hirn und messen da was ankommt?

Dirk Mürbe: Wir messen auch die Reaktion auf Sprachstimuli, Hirnströme. Und wir können da wiederum sogar feststellen, auf welcher der verschiedenen Sprachebenen (Satzbau, Wortschatz, oder Grammatik – Anm. der Red.) es Probleme gibt.
DW-TV: Also, wenn sie dem Kind sagen „Ente“, dann passiert im Hirn etwas.


Dirk Mürbe: Genau.
DW-TV: Und wenn das Kind dann selber spricht?
Dirk Mürbe: Es geht vor allem Dingen darum, das Sprachverständnis und verschiedene Probleme des Sprachverständnisses, also den Wortschatz oder die Grammatik, durch diese objektiven Messungen zu beschreiben.
DW-TV: Wie sieht es denn aus in anderen Ländern? Sind Cochlea-Implantate weit verbreitet?

Dirk Mürbe: Cochlea-Implantate sind weltweit verfügbar. Aber natürlich ist die Verfügbarkeit abhängig von den finanziellen Ressourcen in den jeweiligen Ländern. Kernpunkt ist hier, dass die Operation allein nicht hinreichend ist, sondern Ziel muss es sein, gerade in Entwicklungsländern, die Rehabilitationsstruktur - also die zwei bis drei Jahre lautsprachliche Entwicklung bei Kindern - zu unterstützen, damit die Kinder sehr gute kommunikative Fähigkeiten erlernen können.
DW-TV: Ein Implantat bleibt ja immer ein technisches Hilfsmittel. Also ein Kind wie Julius, den wir im Film gerade kennengelernt haben, der sollte wahrscheinlich die Gebärdensprache trotzdem lernen, oder? Denn wenn das Implantat mal verloren oder kaputt geht, dann ist er gehörlos.
Dirk Mürbe: Ob die Kinder Gebärdensprache lernen, hängt in der Regel vom familiären Umfeld ab. Wenn das familiäre oder soziale Umfeld gebärdensprachlich ausgerichtet ist, dann ist es unverzichtbar und sehr wichtig, dass die Gebärdensprache mitgelernt wird. Bei Kindern die in einem hörenden Umfeld leben, ist der Bedarf, Gebärdensprache zu lernen, sehr unterschiedlich.
(Interview: Daniela Levy)</description>
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   <title>Nicht nur auf der Erde - Nachhaltige Forschung im Weltraum</title>
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   <description>Heute die Erde - und was kommt morgen? Der Mond als nächster Nachbar der Erde lockt Forscher, Politiker und Unternehmer. Sie wollen den Mond besiedeln, seine Bodenschätze erschließen und industriell verarbeiten.Noch ist der Mond im Zustand, wie die Natur ihn geschaffen hat. Der Mensch allerdings kann das ändern. Projekt Zukunft stellt die Pläne der Visionäre vor: ein Beitrag über automatische Bergwerke und intelligente Roboter, die schon bald das Gesicht des Mondes verändern werden.</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
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   <title>Biokunststoffe - Kohlendioxid statt Erdöl</title>
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   <description>Was wird aus der Kunststoffindustrie, wenn das Erdöl zur Neige geht? Die Antwort von Bernhard Rieger, Professor für Chemie an der Technischen Universität München: Kohlendioxid ist der Rohstoff der Zukunft. Aus diesem Gas, das in der Atmosphäre enthalten ist und bei der Verbrennung von Benzin, Kohle, Öl, Gas und Holz entsteht, will er eine Vielzahl von Kunststoffen herstellen.Schlüssel zu der Technologie sind die richtigen Katalysatoren - Substanzen, die die chemische Reaktion steuern und mit deren Entwicklung sich Rieger intensiv beschäftigt. Er sieht die Chemieindustrie an der Schwelle einer Revolution: von der Öl-Chemie zur Kohlenstoff-Chemie.</description>
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   <itunes:keywords>Plastik, Kunststoff, Erdöl, Alternativen, Kohlenstoff, CO2, Chemie</itunes:keywords>
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   <title>Zukunftsprojekt Erde – Wissenschaftsjahr 2012</title>
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   <description>Forschung im Zeichen der Nachhaltigkeit - das Thema für das Wissenschaftsjahr 2012 in Deutschland. Es steht unter dem Motto &quot;Zukunftsprojekt Erde&quot;: Was kann Wissenschaft tun und was muss die Politik beisteuern, um die Zukunft der Erde nachhaltig zu gestalten? Dazu ein Gespräch mit Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung.Warum brauchen wir so ein Jahr überhaupt?


Wir sehen, dass wir 20 Jahre nach dem Erdgipfel in Rio immer noch nicht weit genug gekommen sind. Die Probleme sind immer noch da, der Klimawandel wird kommen. Die Energieversorgung der Erde ist eine große Herausforderung. Der Umgang mit natürlichen Ressourcen, zum Beispiel Wasser, ist noch nicht gelöst. Wie können wir Wasser in Zukunft so verwenden, dass diese Ressource allen Menschen weiterhin zur Verfügung steht? Wir haben eine riesige Palette von Herausforderungen, und die müssen wir angehen, politisch und wissenschaftlich.

Jetzt löst ja so ein großer Name für ein Jahr noch kein einziges Problem. In wie weit kann Wissenschaft da helfen?

Wissenschaft muss helfen, Wissenschaft muss die Lösungen finden. Es geht nicht nur darum, technologische Lösungen zu finden, sondern insgesamt auch Lebensformen zu ändern. Wenn wir über Nachhaltigkeit reden, dann reden wir einerseits über eine ökologische Dimension, wir reden aber auch über Fragen wie: Wie wollen wir wirtschaften? Wie wollen wir unser Leben gestalten? - Es gibt also eine gesellschaftliche Dimension. Wissenschaft muss die ganze Palette abdecken. Und Wissenschaft muss auch der Politik helfen, Antworten zu finden. Die Politik alleine wäre damit überfordert.

 

Die Politik ihrerseits muss aber auch der Wissenschaft helfen. Denn gute Wissenschaft kostet viel Geld.


Das ist richtig. Die Politik muss die Rahmenbedingungen schaffen, und das ist die Herauforderung, der sich die Bundesregierung stellt. Wir werden in dieser Legislaturperiode 12 Milliarden Euro zusätzlich für Bildung, Wissenschaft und Forschung zur Verfügung stellen. Und wir denken, dass wir damit die Rahmenbedingungen schaffen, damit die Wissenschaft das große Thema Nachhaltigkeit angehen kann.

Würden Sie denn sagen, das ist das wichtigste Thema für die Wissenschaft?


Es ist eines der zentralen Themen, weil es sehr umfassend ist, und es ist Grundlagenforschung. Wir schicken beispielsweise Forschungsschiffe um die Erde, die im arktischen Eis die Folgen des Klimawandels untersuchen. Wir schicken Satelliten ins All, die das Gesamtsystem Erde weiter untersuchen, um es besser verstehen zu können. Und wir arbeiten auf der lokalen Ebene, beispielsweise in Megacitys, um Lösungen für Umweltprobleme zu finden, die direkt den Menschen zugute kommen.

Ein Jahr der Nachhaltigkeit, ein Jahr, das &quot;Zukunftsprojekt Erde&quot; heißt - kann das denn auch als Vorbild für andere Länder dienen?


Wir denken zunächst, dass es wichtig ist, in Deutschland ein Bewusstsein zu schaffen. Die Leistung, die die Wissenschaft erbringen kann, wird gar nicht hinreichend gesehen. Das heißt, wir wollen auf die Straße gehen, wir wollen die Menschen erreichen und involvieren. Wir setzen auf Projekte, wie beispielsweise die &quot;Zukunftswerkstatt Stadt&quot;, wo es darum geht, neue Mobilitätskonzepte für Städte zu entwickeln, neue Formen der Energieversorgung zu durchdenken oder darüber nachzudenken, wie Produktion in Innenstädten weiterhin funktionieren kann. Wenn uns das in Deutschland gelingt, dann hat das definitiv auch Vorbild-Wirkung. Wir sehen, dass deutsche Wissenschaft weltweit gefragt ist. Wir kooperieren mit Unterstützung des Ministeriums mit Partnern in 62 Ländern auf fünf Kontinenten. Und wir sehen auch, dass im Bereich der Technologie deutsche Produkte weltweit gefragt sind. Ich glaube, wir haben hier einen Exportmarkt, den wir erschließen müssen und erschließen können.

(Interview: Daniela Levy)</description>
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   <title>Energie aus Abfall - Hilfe für eine Megacity</title>
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   <description>Riesige Mengen Abwasser und Müll, immer mehr Menschen auf engstem Raum, eine veraltete Infrastruktur: Die vietnamesische Hauptstadt Hanoi hat mit Problemen zu kämpfen, die vielen Megacities gemein ist.Wissenschaftler der Universität Darmstadt haben ein Konzept entwickelt, das Abwasseraufbereitung, Abfallentsorgung und Energiegewinnung vereinen soll. Ihr Ziel: Biogasanlagen für Hanoi, die nicht nur Klärschlamm und Abfälle entsorgen, sondern auch Strom, Wärme und Dünger erzeugen.</description>
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   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
   <itunes:keywords>Hanoi, Megacity, Abwasser, Müll, Energie, Abfall, Fäkalien, Bakterien, Gesundheit, Umwelt</itunes:keywords>
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   <title>Neue Materialien - was High-Tech-Stoffe alles können</title>
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   <description>Am größten deutschen Textilforschungsinstitut in Denkendorf wird an neuen Materialien geforscht. In die Kleidung eingearbeitete Sensoren sollen Feuerwehrmännern und auch Babys das Leben retten, sie messen Vitalfunktionen und melden Unregelmäßigkeiten weiter.Die Sensoren müssen aber nicht nur funktionieren, sondern auch waschmaschinenfest und biegsam sein. In Denkendorf werden aber auch Materialien entwickelt, die Schmutz abweisen oder andere, das Leben erleichternde Eigenschaften haben.</description>
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   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
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   <pubDate>Sun, 8 Jan 2012 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Die Mode von übermorgen - was tragen wir in der Zukunft</title>
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   <description>Lässt sich die Modezukunft vorhersagen? Trendforscher versuchen es. Sie werten Studien und Umfragen aus, sind auf Messen, in Geschäften und im Internet unterwegs um herauszufinden, wohin die Mode-Reise geht.Umweltverträglich sollen die Kleider hergestellt sein, individuell und besonders sollen sie sein. Eco-Fashion und Vintage-Kleidung werden feste Bestandteile der Modezukunft sein. Der Designer Michael Michalsky sieht den &quot;urbanen Nomaden&quot; vor sich und erkennt einen Trend hin zu funktionaler Kleidung.</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
   <itunes:keywords>Mode, Zukunft, Trend, Eco-Fashion, Vintage, Michael Michalsky, urbane Nomaden, funktionale Kleidung</itunes:keywords>
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   <title>Studiogast: Prof. Dr. Gertrud Lehnert, Institut für Künste und Medien, Universität Potsdam</title>
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   <description>Schöne Bekleidung ist im weitesten Sinne Thema von Gertrud Lehnert. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Modegeschichte und –Theorie.DW-TV: Frau Lehnert, was interessiert Sie als Wissenschaftlerin an Mode?

Gertrud Lehnert: Sehr viel. Abgesehen davon, dass ich persönlich Mode liebe, interessiert mich sehr was sie mit Menschen macht, oder was wir mit Gegenständen machen, um uns selbst zu gestalten. Gar nicht so sehr, um auszudrücken wer wir sind, sondern wir werden zu etwas, was wir sein wollen. Durch die Mode.

Früher gab es Kleidung, wie ist denn Mode entstanden?

Mode setzt voraus, dass es ziemlich viel Geld gibt in der Gesellschaft oder bei Individuen. Oder dass man eine Vorstellung von Individualität hat. Dass man sich absetzen möchte von anderen, gleichzeitig aber zu einer Gruppe gehören möchte.

Das heißt, wir drücken unsere soziale Zugehörigkeit über Kleidung aus? So wie es früher auch schon war?



Das tun wir. Aber gleichzeitig individualisieren wir uns ständig. Und versuchen uns klar zu machen: wir sind zwar Teil einer Gruppe, aber wir sind außerdem völlig ungewöhnlich und einzigartig. Das ist natürlich ein bisschen paradox, weil die Mode davon lebt, dass alle mehr oder weniger das Gleiche tragen.

Wie eng ist denn die modische Entwicklung mit gesellschaftlicher Entwicklung verbunden?

Die Verbindung ist ziemlich eng. Ich glaube nicht, dass man sie eins zu eins übersetzen kann, aber natürlich ist ein Zeitgeist etwas, das sich in sehr vielen Bereichen auswirkt. Zeitgeist ist ein altmodisches Wort, aber ich würde es stehen lassen. Mode kann oft dem voraus sein, was sich gesellschaftlich entwickelt. Sie kann es sozusagen ausdrücken, etwas davon wiedergeben. Ich denke, sie ist sehr eng damit verbunden. Wir können vor allem im Nachhinein oft sehr deutlich erkennen was in der Gesellschaft los war, wenn wir die modischen Entwicklungen angucken.

Ist denn Mode etwas Regionales oder ist es ein weltweites Phänomen? Oder anders gefragt: Ist Mode in Frankreich ganz anders als beispielsweise in Thailand?

Mode ist beides. Mode ist sicherlich inzwischen längst ein weltweites, ein globales Phänomen. Im Grunde genommen ist sie das schon sehr viel länger, wenn wir uns mal klar machen, wie sich die Mode in Europa entwickelt hat. Dann geht das beispielsweise gar nicht ohne orientalische Einflüsse. Inzwischen werden weltweit ähnliche Trends rezipiert, also getragen. Gleichzeitig werden sie aber immer sehr stark regional anverwandelt, verändert oder mit regionalen Tendenzen vermischt, so dass sich Gemeinsamkeiten entwickeln, aber auch eine ganze Menge erkennbare Unterschiede. Zum Glück. Beispielsweise sind asiatische Moden sicherlich teilweise ganz anders als die, die bei uns getragen werden. Auch französische Mode ist anders als die deutsche, auch wenn wir eine europäische Mode haben.

Wie sieht denn die Zukunft der Mode aus? Würden Sie sagen es wird individueller oder wird es eine allgemeine Mode sein?

Ich glaube, dass es individueller wird, weil es im Sinn der Mode liegt. Die Mode lebt davon, dass sie ständig etwas Neues liefert. Wenn sie vor allem vereinheitlichen würde, dann würde es irgendwann langweilig werden. Sie will verkaufen und sie will uns tausend Spielräume bieten. Dass heißt, sie differenziert sich aus.

Gertrud Lehnert. Herzlichen Dank für das Gespräch.


Interview: Daniela Levy</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
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   <pubDate>Sun, 8 Jan 2012 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Dreimal überraschende Mode-Ideen - Wissenschaftler, Trends und Designer</title>
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   <description>Wissenschaftler sind in Sachen Mode eher Pragmatiker. Sie bevorzugen häufig praktische Pullover oder den Klassiker Hemd mit Jackett, neigen aber durchaus auch mal zu überraschenden Bekleidungs-Kombinationen. Junge Designer haben sich Gedanken über das besondere Verhältnis von Wissenschaftlern zur Mode gemacht......und Ideen entwickelt, wie Mode speziell für kluge Köpfe aussehen könnte.</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
   <itunes:keywords>Mode, Wissenschaftler, Andrej Subarew, Katrin Sergejew, Fiona Bennett, Albert Einstein, Hutmacherin, Designer, Hemd, Jackett, Trenchcoat</itunes:keywords>
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   <pubDate>Sun, 8 Jan 2012 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Virtuelle Modewelten - der revolutionierte Kleiderkauf</title>
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   <description>Kleider kaufen, ohne lästiges Probieren – das könnte die Zukunft sein. Forscher des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts in Berlin haben eine digitale Umkleidekabine entwickelt, in der das aufgenommene Videobild des Nutzers auf Wunsch unterschiedlich bekleidet im virtuellen Spiegel erscheint.Und auch Schaufensterbummeln bekommt eine neue Dimension: Am virtuellen Schaufenster kann man sich alles, was es drin zu kaufen gibt, zu jeder Tages- und Nachtzeit ansehen und sogar auch gleich zurücklegen lassen.</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
   <itunes:keywords>Anprobe, Kleiderkauf, Fraunhofer, heinrich-Hertz-Institut, virtueller Spiegel, virtulles Schaufenster, Computer</itunes:keywords>
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   <pubDate>Sun, 8 Jan 2012 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Studiogast: Prof. Malek Bajbouj, Neurologe</title>
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   <description>Herr Dr. Malek Bajbouj von der Charite, ist Psychiater und beschäftigt sich mit der Sprache von Emotionen, so heißt der gleichnamige Excellence-Cluster.DW-TV: Können sie sich vorstellen, dass es eines Tages möglich sein wird, dass man einen Täter, der therapiert worden ist, in einen Kernspin schiebt und sieht, dass die Therapie angeschlagen hat und man ihn beruhigt wieder freilassen können?

Malek Bajbouj: Das ist eine sehr unwahrscheinliche Vorstellung. Mit unseren Untersuchungen, z.B. mit der Kernspintomographie können wir Wahrscheinlichkeiten, können wir Strukturen, können wir Aktivierungen messen, aber es ist relativ unwahrscheinlich, dass wir in 100% der Fälle vorhersagen können, ob jemand in Zukunft ein Täter werden wird, oder nicht.

Kann man denn verstehen, warum jemand überhaupt ein Gewalttäter wird und der andere nicht?

Dafür sind die Methoden relativ gut geeignet. Man kann darstellen, welche Hirnstrukturen bei bestimmten Stimuli aktiv werden, man kann sehen, welche Netzwerke aktiv werden und man kann sehen, ob bestimmte Behandlungen zu Veränderungen in bestimmten Hirnarealen führen.



Wenn man beispielsweise zwei Menschen in einen Kernspin schiebt, sie beobachtet und deren Verhalten überprüft – könnte man da schon sagen: „Also bei diesem einen ist es wahrscheinlicher und bei dem anderen ist es unwahrscheinlich oder umgekehrt, dass sie zu Gewalttätern werden“?
Das, was man gegenwärtig gut messen kann, sind Gruppeneffekte. Auf einer individuellen Ebene sind die Unterschiede relativ klein, aber wenn man 20 Gewalttäter und 20 gesunde Personen misst und miteinander vergleicht, dann findet man relevante Unterschiede. Auf der Ebene, auf der wir uns befinden, auf einer Individualebene, ist es eher schwierig.

Individuell hat es mit einer gewissen Anlage zu Veränderungen, aber auch mit Erziehung und vor allem in der Kindheit Erlebtem zu tun. Es gibt aber auch Straftäter, deren Geschwister nicht auffällig geworden sind. Die Erfahrungen waren wahrscheinlich ähnlich. Was ist noch ausschlaggebend, was kommt dazu?

Niemand macht ja genau die gleichen Erfahrungen wie seine Geschwister. Das ist das Eine, dass die Erfahrungen wahrscheinlich relativ unterschiedlich sind. Das Zweite ist, dass es eine gewisse genetische Grundkomponente gibt und auch dort gibt es ja Unterschiede zwischen Geschwistern, so dass man insgesamt sagen kann, dass sich unser Verhalten bedingt durch 2 verschiedene Komponenten: durch eine genetische Seite und auch durch die Welt, in der wir groß werden. Hier sind insbesondere die frühen Kindesjahre sehr wichtig. 

Und die Welt, in der wir groß werden, heißt: gewisse traumatische Erlebnisse?

Das Vorhandensein oder das Fehlen solcher traumatischer Ereignisse, begünstigen das Auftreten von Gewalttätern. Wenn sie fehlen, ist es nicht ausgeschlossen, aber findet man das sehr viel seltener.

Ein traumatisches Erlebnis muss nicht immer bedeuten, dass man dann in eine solche Schiene kommt, sondern man kann ja auch aus Fehlern lernen. 
 
Ja! Es gibt das Umgekehrte, man nennt es das Phänomen der Resilienz. Personen, die Traumata erleben, entwickeln am Ende besonders gute Bewältigungsstrategien und wandeln viel erfolgreicher durchs Leben.

Das heißt, unser Einfluss als Eltern beispielsweise, könnte auch sein, dass wir Kindern gerade diese Stärke mitgeben können? 

Genau, das ist eine der größten Künste und etwas sehr wichtiges, dass Eltern ihren Kindern mitgeben sollen, nämlich die emotionale Nähe und emotionale Fertigkeiten.

Haben sie vielen Dank für das Gespräch, Herr Bajbouj.



Interview: Ingolf Baur 
Redaktion: Alex Reitinger</description>
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   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
   <itunes:keywords>Straftäter, Täterhirn, Hirnforschung, Gefängnis</itunes:keywords>
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   <pubDate>Sun, 1 Jan 2012 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Kluge Köpfe - der Physiker Rouin Farshchi</title>
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   <description>Rouin Farshchi forscht am Berliner Paul-Drude-Institut. Der iranisch-stämmige US-Amerikaner will Computer schneller und leistungsfähiger machen.Und er will wertvolle Ressourcen wie seltene Erden durch leichter zu gewinnende Rohstoffe ersetzen. Farshchi ist durch ein Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung nach Deutschland gekommen. Unter dem Titel &quot;Kluge Köpfe&quot; stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchs¬wissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
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   <pubDate>Sun, 25 Dec 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Dazu Studiogast: Dr. Christian Reichert</title>
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   <description>Dr. Christian Reichert, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, HannoverDW-TV: Umweltschutz in der Tiefsee und Nachhaltigkeit beim Abbau. Doktor Christian Reichert, Manganknollen versprechen ja ein Milliardengeschäft. Wird man sich da wirklich um den Schutz der Meere kümmern, wird man den in den Vordergrund stellen?
Dr. Christian Reichert: Dazu ist man gesetzlich gezwungen. Also alle Zeichner des Seerechtsübereinkommens, das sind mittlerweile 160 Staaten etwa, haben sich verpflichtet, den Regeln zu genügen. Sie sind formuliert worden, zumindest bei der Exploration, bei der Gewinnung wird es noch kommen, und sie sind gezwungen, das einzuhalten und darauf wird geachtet werden.
DW-TV: Sie haben uns eine dieser Manganknollen mitgebracht, so einen schwarzen Klumpen. Wie bekommt man denn diese wertvollen Rohstoffe da raus?
Dr. Christian Reichert: Ja, das ist eine gute Frage und das ist auch nicht so einfach. Es ist anders als bei solchen Rohstofflagerstätten an Land. Die Nutzminerale treten nicht massiv auf, sondern sind darin ganz fein verteilt und man arbeitet noch in vielen Ländern daran, einen wirtschaftlichen Prozess im industriellen Maßstab zu erkunden und den dann auch anwenden zu können.

DW-TV: Erstaunlich ist, wenn man das Ding anhebt, wie leicht das ist. Also Rohstoffe scheinen ja leicht zu sein.
Dr. Christian Reichert: In diesem Falle ja. Das liegt an der Entstehung dieser Knollen. Das sind Abscheidungsprozesse im Wasser, am Tiefseemeeresboden. Dieses Stück kommt hier aus etwa 4.400 Meter Wassertiefe, aus dem Pazifik. Um einen kleinen Kern herum bilden sich der Länge nach, das sieht man wenn man sie anschneidet besonders schön, diese Abscheidungen. Und die sind porös. Also dieses Stück ist präpariert, es ist mit Kunststoff geimpft, damit es nicht auseinanderfällt. Es zerbröselt auch.
DW-TV: Ist denn diese Wunderknolle nun die Rohstoffquelle der Zukunft?
Dr. Christian Reichert: Das würde ich so nicht ausdrücken. Es ist insbesondere für Deutschland und für alle anderen rohstoffarmen Länder sicherlich ein Notanker. Die ganze Berechung bewegt sich ja noch am Rand der Wirtschaftlichkeit. Aber es ist eine sichere Quelle, weil die Gebiete, an denen diese Knollen vorkommen, der internationalen Meeresbodenbehörde unterstehen und das ist im Prinzip die Verwaltung von 160 Unterzeichnerstaaten. Das heißt, es kann nicht ein einzelnes Land sagen, an dich will ich nicht liefern oder dich schalte ich aus aus politischen Konflikten oder weil man es ganz einfach selber braucht. Sondern alle, die dort Lizenzgebiete haben, und das ist Deutschland eben seit 2006, haben darauf Zugriff. 
DW-TV: Ich würde gerne noch mal auf den Umweltschutz kommen. Wenn z.B. in Afrika Coltan abgebaut wird, geschieht das oft unter menschenunwürdigen Bedingungen, die auch noch Ökosystem zerstören. Wir müssen umdenken! Wann tun wir das?
Dr. Christian Reichert: Ich glaube, dieses Umdenken hat schon statt gefunden. In Deutschland werden Methoden entwickelt, wo man nachweisen kann, aus welchen Lagerstätten diese Rohstoffe kommen, die auf dem Markt gehandelt werden. Und in den USA gibt es mit dem Dodd-Frank Act bereits ein Gesetz, welches den Firmen vorschreibt, den ganzen Lieferweg nachzuweisen. Anderenfalls werden ihnen diese Rohstoffe nicht abgekauft. Und wir arbeiten u.a. eben an Methoden dieses Nachweises. Also das ist im Gespräch, man ist dabei, auch entsprechende Regel- und Handelsvorschriften zu entwickeln.
DW-TV: 2012 ist das Jahr der Nachhaltigkeit. Wir arbeiten dran, dass dieser Schuh passt. Dankeschön Christian Reichert für ihren Besuch!

Dr. Christian Reichert: Gerne.
Interview: Daniela Levy</description>
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   <title>Studiogast Prof. Dr. Wolfgang Heckl</title>
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   <description>Mit unserem Studiogast reden wir über den Gewinner des Deutschen ZukunftspreisesDW-TV: Herr Professor Wolfgang Heckl, Sie haben die Preisträger des deutschen Zukunftspreises 2011 mit ausgesucht, sind einer der Juroren und leiten eines der bekanntesten Technik- und Wissenschaftsmuseen der Welt, nämlich das Deutsche Museum in München. Drei Wissenschaftsteams standen zur Auswahl. Warum hat sich die Jury ausgerechnet für dieses Projekt entschieden?
Prof. Dr. Wolfgang Heckl: Weil es die grüne Elektronik einleitet, die organische Elektronik, die fantastische neue Möglichkeiten eröffnet, zum Beispiel biegbare Solarzellen, neue Displays, OLEDs genannt, oder auch im Bereich der Sonnenenergie beiträgt, dass unsere Probleme in der Umwelt zukünftig gelöst werden können. Es hat eine große gesellschaftliche Bedeutung. 
DW-TV: Wenn man sich die Preisträger anschaut, die in diesem Jahr nominierten und wenn man in die letzten Jahre guckt, wer so alles nominiert war: es ist sehr, sehr männer-lastig, sagen wir mal. Warum ist das so?
Prof. Dr. Wolfgang Heckl: Hier ist es ja wieder so geschehen, dass die Wertschöpfungskette idealerweise verwirklicht ist: ein Universitätsprofessor, der Grundlagenforschung betreibt, ein Fraunhofer-Institut, welches angewandte Forschung betreibt und Spin-Off-Unternehmen, die die Wertschöpfungskette dann bis hin zu Produkten, Arbeitsplätzen, Jobs und Innovation letzten Endes erfüllen. Für Deutschland, für den Wohlstand. Dass das so männlich dominiert ist, hängt natürlich damit zusammen, dass sich zu wenig Mädchen für Naturwissenschaft und Technik begeistern können.

DW-TV Jetzt soll ja so ein Preis motivieren, Männer, Frauen, Alle. Tut er das denn?
Prof. Dr. Wolfgang Heckl: Er motiviert alle, die daran interessiert sind, dass wir die Probleme der Zukunft der Menschheit, auch in Deutschland, auch im Hinblick auf unseren Wohlstand, in Zukunft lösen können. Männer wie Frauen. Die Ungleichheit in der Verteilung der Geschlechter in den Naturwissenschaften, auch insbesondere in den Ingenieurswisschenschaften, liegt natürlich an einem ganz anderen Punkt. Der liegt schon an der frühen Erziehung, der liegt an der Vorbildhaftigkeit von Naturwissenschaftlern in den Medien, die nicht gegeben ist. Er liegt daran, dass viele Menschen nicht verstehen können, dass naturwissenschaftlich-technische Kultur die Basis unseres Wohlstandes ist, gerade für junge Mädchen es gar nicht so attraktiv erscheint, Fahrzeugingenieur oder Maschinenbauingenieur zu werden, oder eben in technische Berufe zu gehen.
DW-TV: Aber da können sie ja dann als Vorbild daran arbeiten.
Prof. Dr. Wolfgang Heckl: Wir haben Programme im Museum, wo wir Mädchen für die MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik, heranführen. Wir arbeiten auch mit vielen Einrichtungen daran, dass sich da etwas ändert. Nur an diesem Deutschen Zukunftspreis sind wir am Ende, an der Spitze der Kette angelangt und da haben wir es eben noch nicht.
DW-TV: Lassen sie uns kurz noch über wissenschaftliche Entwicklungen der Zukunft sprechen. Was ist denn ihrer Meinung das, woran die Wissenschaft mit Hochdruck arbeiten sollte? Oder anders gefragt, wofür möchten sie im nächsten Jahr den Preis vergeben?
Prof. Dr. Wolfgang Heckl: Also es geht ja nicht um mich persönlich, aber es geht darum, wie wir unsere Gesellschaft, den Wohlstand, das Überleben angesichts der Menschheitsprobleme der Zukunft gewährleisten können. Da müssen alle sehr, sehr große Anstrengungen unternehmen. Immerhin haben wir n den letzten 100 Jahren so getan, wie wenn die Ressourcen, die in den letzten 100 Millionen Jahren entstanden sind auf der Erde, unendlich verfügbar wären. Also sie sehen, welcher Bereich mir am Herzen liegt, aber dazu tragen viele, viele einzelne Erfindungen, Entdeckungen und deren marktliche Umsetzung, sprich Innovationen, bei. Für mich persönlich ist das größte naturwissenschaftliche Problem, die Frage nach der Entstehung von Leben. Die hat jetzt aber nicht die Relevanz für den Deutschen Zukunftspreis, der ja Innovationen belohnt.
DW-TV Also Nachhaltigkeit. Professor Wolfgang Heckl, vielen Dank für ihren Besuch!
Interview: Daniela Levy</description>
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   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
   <itunes:keywords>Zukunftspreis, Prof. Dr. Wolfgang Heckl, Innovation, Technik, Ingenieurwissenschaft, Spin-off, OLED, Energie, Nachhaltigkeit, Wohlstand</itunes:keywords>
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   <pubDate>Sun, 18 Dec 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Dazu Studiogast: Dr. Armin Werner, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF)</title>
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   <description>&quot;Es gibt keine ideale Landwirtschaft. Es gibt immer Lösungen, die Schrittweise uns dahin führen, dass es bessere Nutzungen gibt für hohe Produktivität aber auch bessere Umweltwirkungen.&quot;
DW-TV: Herr Werner, sie arbeiten daran, wie man Land nachhaltig und umweltverträglich nutzen kann. Gibt es denn eine Art Rezept, wie man Erosion verhindern kann?
Armin Werner: Man kann verschieden Schritte wählen, wie man den Boden selber zum Beispiel mit Pflanzen davor schützt, dass er abgetragen wird durch Wind oder durch Wasser. Ein Weg ist zum Beispiel - ganz wichtig – den Boden immer mit Pflanzenmaterial bedeckt zu haben. Ob das nun lebendes Material einer ganzen Pflanze ist, die noch wächst, oder auch totes Material, Stroh oder andere Pflanzenreste, die aus den letzten Ernten noch liegen geblieben sind. Alle diese Materialien und die Pflanze selber schützt den Boden. Dann kann man auch zusätzlich Hecken gerade gegen Winderosion anbauen, die die Windgeschwindigkeit am Boden verringert. Man kann versuchen, die Reihen der Kulturpflanzen so zu legen, dass sie praktisch quer zur Hauptwindrichtung liegen und damit die Rauhigkeit des Bodens erhöht, damit der Wind langsamer wird. Und man kann natürlich darauf achten, dass man den Boden nicht zu sehr austrocknet bevor man Bodenbearbeitung macht. Denn sobald ich ganz trockenen Boden habe, ihn bearbeite, entsteht sehr viel Feinmaterial, was dann bei dem nächsten Wind verblasen werden kann.
DW-TV: Das ist offensichtlich ideale Landwirtschaft, die sie da beschrieben haben.
Armin Werner: Es gibt keine ideale Landwirtschaft. Es gibt immer Lösungen, die Schrittweise uns dahin führen, dass es bessere Nutzungen gibt für hohe Produktivität aber auch bessere Umweltwirkungen.

DW-TV: Ein großes Problem ist ja, dass Menschen Landwirtschaft in Gegenden betreiben, die eigentlich rote Zone sind, also wo wirklich Bodenerosion statt findet. Aber was sollen die denn tun, wohin sollen die denn gehen – die haben ja häufig gar keine Alternative oder?
Armin Werner: Wir können die natürlich nicht verlagern durch umsiedeln. Aber wir können ihnen Angebote machen wie sie zum Beispiel bessere Bodenbedeckung hinbekommen. Das Beispiel hatte ich am Anfang gesagt. Deutschland hat zum Beispiel in den 70er Jahren sehr viel dazu beigetragen, dass in Südamerika Bodenerosion durch Wasser, durch neue Verfahren der Bodenbedeckung mit einjährigen Kulturpflanzen, als sogenannter Mulch gegen Bodenerosion sehr stark gewirkt hat. Die Erosion, die in Südamerika, in Brasilien, in den 70er Jahren stattgefunden hat, ist praktisch komplett reduziert worden durch Verfahren, die in dieser Zeit entwickelt wurden. Und es gibt weitere Möglichkeiten in der Zukunft und jetzt schon. 
DW-TV: Man könnte ja auch den ausgelaugten Boden düngen, oder eben woanders ein anderes Feld machen.
Armin Werner: Die Möglichkeit hat natürlich ein einfacher Landwirt nicht. Der kleine Landwirt muss eben schauen, dass er mit der Fruchtbarkeit des Bodens leben kann. Er wird nicht einfach Dünger kaufen können. Aber auch der Boden, wenn er abgetragen ist - was da übrig bleibt - ist eher toter Boden, Unterboden, der mit sehr viel Nährstoffen erst aufgedüngt werden müsste. Und häufig ist es so, dass der Boden komplett bis zur Gesteinsschicht abgeblasen werden kann oder weggespült wird. Und dann kann ich auch gar nichts mehr anbauen. Also, der Boden ist das wichtigste Gut des Landwirtes. Er wird es schützen.
DW-TV: Wie kann man denn weltweit den Schwund an fruchtbaren Boden verhindern?Armin Werner: Indem man wahrscheinlich die Ernährung der Menschen ändert. Indem man nicht mehr soviel eiweißreiche Frucht isst, oder Fleisch zum Beispiel. Wenn Sie sich anschauen was in Südamerika in den letzten Jahrzehnten passiert ist, in Argentinien, Brasilien. Es gibt Immer mehr Soja-Anbau in Gegenden, wo früher gar kein Anbau statt fand. Weiden wurden umgebrochen in den letzten Jahren, um zum Beispiel in Argentinien mehr Soja anzubauen. Und das führt dort zu Erosion, weil es auch gar nicht unbedingt Landwirte sind, die das machen, sondern eher Investoren. Wir leisten auch schon mit unserem Verhalten hier in Europa oder weltweit einen Beitrag in der Form, wie die Landwirtschaft dort betrieben wird, weil wir darauf angewiesen sind, billiges Fleisch uns leisten zu können. Und wenn wir das gemeinsam – das muss international natürlich abgestimmt werden – verändern wollen, braucht man Mut, um diese Dinge zu verändern. 
DW-TV: Es liegt auch in unserer Verantwortung. Herzlichen Dank für ein hoch interessantes Gespräch, Armin Werner.</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
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   <pubDate>Sun, 11 Dec 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Kluge Köpfe - Ilenia Battiato</title>
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   <description>Unter dem Titel &quot;Kluge Köpfe&quot; stellt Projekt Zukunft junge Wissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen.Ilenia Battiato kommt aus Italien und forscht am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Dort arbeitet die Physikerin an Modellen, die beschreiben können, wie sich Flüssigkeiten im Boden verteilen - wichtig zum Beispiel für die Vorhersage von Erdrutschen.</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
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   <itunes:keywords>Ilenia Battiato, Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, Flüssigkeit, Boden, Erdrutsch</itunes:keywords>
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   <title>Kluge Köpfe - die Astronomin Mary Williams</title>
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   <description>Unter dem Titel &quot;Kluge Köpfe&quot; stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschenMary Williams aus Neuseeland wollte schon mit 14 Jahren unbedingt Astronomin werden. Heute forscht die mittlerweile 35-Jährige am Astrophysikalischen Institut in Potsdam. Sie will wissen: Wie entwickeln sich Galaxien? Eine wichtige Fragen der Kosmologie. Antworten sucht die Neuseeländerin in der Milchstraße. Dabei ist ihr schon eine sensationelle Entdeckung gelungen - Mary spürte die Überreste einer Zwerggalaxie auf, die offensichtlich von der Milchstraße verschlungen worden ist.</description>
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   <pubDate>Sun, 4 Dec 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Dazu Studiogast: Prof. Dr. Klaus Dethloff</title>
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   <description>Prof. Dr. Klaus Dethloff, Alfred-Wegener-Institut (AWI), Potsdam
DW-TV: Herr Dethloff, was bedeuten denn die Forschungsergebnisse von der Polarstern für uns alle? Oder anders gefragt, wenn in 40 Jahren die Arktis eisfrei sein wird, was heißt das?
Klaus Dethloff: Wir wissen nicht genau, ob die Arktis in 40 Jahren eisfrei sein wird. Wir wissen, dass wir einen starken anthropogenen, menschlich gemachten Einfluss auf das Klimasystem der Erde haben. Aber neben diesen Einflüssen durch Änderung oder Anwachsen der Treibhausgase, Reduktion der Aerosolen in der Atmosphäre, Zunahme von Russpartikeln in der Atmosphäre ist es so, dass dieses natürliche Klimasystem auch in polaren Regionen ganz starke natürliche Klimavariationen, Klimaänderungen erzeugt, selbst erzeugt. Und dieses Wechselspiel zwischen natürlichen Klimavariationen und Menschen gemachten Einflüssen sind weiterhin strittig. Wir gehen davon aus, dass ungefähr 50% der Variationen und der Änderungen, die wir zur Zeit in der Arktis sehen, durch den Menschen bedingt und verursacht sind. Und ungefähr 50% durch die natürlichen Klimavariationen, die in einem komplexen System immer selbst entstehen.
DW-TV: Sie erforschen vor allem die Ursachen und die Auswirkungen des Klimawandels. Was macht Vorhersagen so schwierig?
Klaus Dethloff: Das ist für den Laien sehr schwer zu verstehen, weil wir ein extrem eng gekoppeltes System von verschiedenen Subsystemen haben. Die Atmosphäre, der Ozean, das Meereis, Permafrost, die Landoberflächen. In diesem System, das sich durch viele, viele Wechselwirkungsketten auszeichnet, gibt es viele Milliarden von Mechanismen, die interne Variationen erzeugen können und diesen internen Variationen ist natürlich auch der Menschen gemachte Einfluss auf das Klimasystem überlagert. Insofern wird es vermutlich einen Temperaturanstieg auch in den nächsten Jahrzehnten geben. Der aber maskiert wird durch natürliche Klimavariationen auf Zeitskalen von Jahrzehnten und auch mehr.

DW-TV: Also eine sehr, sehr komplexe Forschung, die Sie da machen. Es war ja lange Zeit die Arktis quasi eine weiße Datenkarte. Warum ist das so schlecht erforscht bislang?
Klaus Dethloff: Die Arktis oder auch die polaren Regionen, auch in der Antarktis – wir haben ja diesen bipolaren Aspekt im Alfred Wegener Institut – ist weiterhin die terra incognita, also die weiße Karte, die Unbekannte auf den Datenkarten dieser Welt. Das liegt natürlich daran, dass es logistisch sehr aufwendig ist, dass es sehr viel Geld kostet. Und eigentlich ist die Arktis ja erst in den letzten Jahren durch die beobachteten Änderungen – Abnahme des Meereises – in den Blickpunkt auch der Politik gerückt, weil verschiedene Nationen, die Russen, Amerikaner, Kanadier, auch die Dänen zukünftig erwarten ,Rohstoffe in der Arktis abbauen zu können -Stichwort Nord-Ost und Nord-West-Passage. Mit dem verminderten Eis in der Arktis hat man die Chance eventuell auch die Transportwege nach Asien zu verkürzen. Und natürlich auch bessere Chancen Rohstoffe abzubauen.
DW-TV: Lassen sie uns ganz kurz noch über diesen menschlichen Faktor reden. Sie sagten 50%. Was würden sie gerne den Teilnehmern der UNO Klimakonferenz in Durben sagen, sie als Wissenschaftler?
Klaus Dethloff: Es ist klar, dass wir alle dieses „zwei Grad-Ziel&quot; im Auge haben, das vermutlich gar nicht mehr erreicht werden kann. Es ist klar, dass die Internationale Wissenschaftler-Gemeinde natürlich von der Politik völkerrechtliche verbindliche Abkommen zur Treibhausgasreduktion und natürlich auch zum Eintrag von Aerosolen, Stichwort Ruß – in die Arktis erwartet. Das ist klar. Allerdings bin ich persönlich sehr skeptisch, weil das ganze Klimaproblem ja nicht nur ein Problem des Verständnisses des Klimasystems selber ist, sondern da sind übergelagert viele, viele andere Fragen
DW-TV: Auch das ist ein komplexes Problem. Klaus Dethloff, ganz herzlichen Dank für ihren Besuch.</description>
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   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
   <itunes:keywords>Klaus Dethloff, Polarstern, Klima, Treibhausgas, Aerosole, Klimaerwärmng</itunes:keywords>
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   <pubDate>Sun, 4 Dec 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Dazu Studiogespräch mit Prof. Dietmar Otte</title>
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   <description>Zu Gast im Studio ist Prof. Dietmar Otte, Leiter der Verkehrsunfallforschung HannoverDW-TV:  Herr Otte, nun hat unser Verkehrsminister in Deutschland vorgegeben, dass er 40% weniger Unfalltote bis 2020 haben möchte. Kann man denn sozusagen per Gesetz verordnen, dass weniger Menschen auf der Straße sterben?

Dietmar Otte: Zunächst muss man sagen, das ist kein Gesetz, sondern es ist eine Empfehlung, die an alle gerichtet ist, an Behörden, an Forscher, die derzeitige Anzahl von Verkehrstoten noch weiter zu senken. Aber im Übrigen ist es keine unbedingte Notwendigkeit, die sich jetzt im Augenblick ergab, sondern eigentlich eine Folge all dessen, was wir seit 2000 versuchen. Seit dem Jahr 2000 gibt es nämlich in der Europäischen Union das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten in den nächsten 10 Jahren um 50% zu reduzieren.

Und glauben Sie denn, dass das möglich sein wird?

Also wir sind sehr zuversichtlich, weil wir die Statistik jedes Jahr kontrollieren und sehen, dass die Maßnahmen, die wir implementieren oder die insgesamt in Europa implementiert werden, dazu führen, dass die Zahl der Verkehrsunfälle geringer wird.



Dann verraten Sie uns doch mal, welche Maßnahmen da getroffen werden müssen. Momentan haben wir etwa 3.500 Verkehrstote in Deutschland im Jahr. Was muss verbessert werden? 

Das ist ein so komplexes, multifunktionales Zusammenwirken von Psychologie, von Medizin, von Technik. Das Fahrzeug muss verbessert werden. Es ist auch viel verbessert worden in den zurückliegenden Jahren. Wir haben den Fußgängerschutz am Fahrzeugäußeren verbessert. Wir haben einiges im Fahrzeuginneren verbessert. Airbags, Sicherheitsgurte – das sind alles Maßnahmen, um nur einige zu nennen, die dazu geführt haben, dass wir kaum noch Schwerstverletzte und Tote beispielsweise bei Frontalkollisionen haben. Wir haben auch den Fußgängerschutz in nahezu allen Ländern der EU deutlich erhöhen können. Wir haben jedes Jahr weniger Fußgänger, die tödlich verunglücken. 

Aber meinen Sie denn, das wird einfach so weiter gehen oder sind weitere gezielte Maßnahmen nötig, um diese Sicherheit im Straßenverkehr noch etwas zu befördern?

Zunächst einmal müssen wir da weiter machen, weil wir wissen, was welche Maßnahmen bringen. Die Effektivität kann analysiert werden. Wieder mit Hilfe von detaillierten Unfallanalysen. Und wir können dabei auch herausfinden, wo die Maßnahmen noch nicht so greifen, zum Beispiel der Seitenschutz bei Fahrzeugen. Es gibt auch Kompatibilitätsprobleme. Das heißt: Kleines Fahrzeug stößt mit großem, mit LKW zusammen. In Deutschland – als Durchgangsland - wird in Zukunft der Schwerlastverkehr stark zunehmen. Das bedeutet, hier müssen wir nach weiteren Maßnahmen suchen, um auch mit Blick auf diese Entwicklung das Unfallrisiko zu senken. 

Was ist mit der Geschwindigkeit. Müssen wir langsamer fahren? Wir haben ja immer noch kein Tempolimit.

Die Geschwindigkeit ist zwar eindeutig ein Einflussfaktor, wie wir sehen. Denn mit der Zunahme der Geschwindigkeit steigt die Unfallschwere. Aber wir sehen auch, das dass Gros der Fahrzeuge gar nicht so schwer verunfallt mit hohen Geschwindigkeiten. Das sind sehr wenige. Und in sofern hat die Geschwindigkeit nur einen untergeordneten Einfluss. Viel wichtiger ist es, die Unfallstrukturen zu erkennen.

Haben Sie vielen Dank für das Gespräch, Herr Otte. 
 
Interview: Ingolf Baur</description>
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   <pubDate>Sun, 27 Nov 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Studiogast: Prof. Johann-Dietrich Wörner, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)</title>
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   <description>Prof. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zum Thema: Kourou - Auftrieb für den europäischen WeltraumbahnhofDW-TV: Prof. Johann-Dietrich Wörner ist der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Die Europäer planen mit dem ATV eine landefähige Kapsel zu basteln. Heißt das, dass Sie auch weiterhin auf die bemannte Raumfahrt setzen?

Prof. Johann-Dietrich Wörner: Zunächst einmal ist die bemannte Raumfahrt ein ganz wichtiger Beitrag. Wir haben mit der Internationalen Raumstation mittlerweile ein fliegendes Labor oben im Erdorbit. Und dort werden ganz viele Untersuchungen durchgeführt - im Medizin-Bereich, im Bereich Materialforschung, etc. Also bemannte Raumfahrt hat eine Zukunft und wir setzen darauf.

Wobei man natürlich sagen muss, dass Roboter heute da oben ja vieles eigentlich sehr viel besser können. Und sie sind auch noch billiger und nicht so anfällig. Sie brauchen nicht die ganzen Sicherungssysteme. Warum es nicht den Robotern überlassen?

Da gibt es viele Argumente. Ich will nur ein einziges anführen. Sie können die medizinische Forschung am Menschen nicht am Roboter machen. Und die medizinische Forschung im Weltraum, in der Schwerelosigkeit, ist mittlerweile vor allem Forschung für die Erde. Es geht zum Beispiel um Blutdruckregulation, um den Salzhaushalt, aber noch viel wichtiger, auch um das Immunsystem, dass sich in der Schwerelosigkeit ändert und wir wissen, dass für viele Dinge die Untersuchung des Immunsystems sehr wichtig ist.

Und die 40 Jahre bemannte Raumfahrt, die wir da schon hatten, haben nicht gereicht?

Sie haben nicht gereicht. Zum Beispiel wissen wir noch nicht genug zu AIDS, einer Erkrankung, bei der das Immunsystem versagt. Oder zu Transplantationen, wo wir ganz gezielt das Immunsystem schwächen wollen. Diese Fragen haben wir noch nicht gelöst. Und die können wir mit bemannter Raumfahrt vielleicht lösen.



Nun haben wir gesehen, dass die Europäer da sehr geschickt in Guyana auch mit den Russen zusammen arbeiten. Gibt es weitere Projekte?

Wir arbeiten weltweit in der Raumfahrt mittlerweile zusammen. Wir sind nicht mehr im Kalten Krieg und im Wettlauf ins All. Wir arbeiten mit den Russen zusammen, wir arbeiten mit den Amerikanern zusammen, wir arbeiten vor allen Dingen auch mit den Chinesen zusammen. Sie haben sicherlich gehört, es gab neulich eine Mission der Chinesen, die jetzt auch bald wieder zurückkommt, und da ist &quot;SIMBOX&quot; - ein deutsches Forschungsmodul - mit an Bord.

Das heißt, das deutet darauf hin, dass Raumfahrt einfach so teuer ist, dass wir uns sie nur noch leisten können, wenn alle Nationen auf dieser Erde an einem Strang ziehen?

Das ist eine Negativ-Interpretation. Ich würde anders herum sagen: Die Kooperation weltweit führt dazu, dass wir mit demselben Geld viel mehr machen könnten.

Wir sehen bei den Amerikanern, dass sie ganz stark auf die private Raumfahrt, auf private Unternehmen setzen. Können sie das einfach besser als die offiziellen Agenturen?

Was macht Europa? Europa hat schon die ganze Zeit auf Privat gesetzt. &quot;Arianespace&quot; - die Firma, die die Ariane vertreibt - ist letztlich eine private Firma. Auch wenn die Shareholder zum Teil die öffentliche Hand sind. Aber wir haben dieses Modell „Privat-Raumfahrt“ schon längst für Europa entdeckt und wir machen das in Kooperation. Also wir haben nicht die Staatsbetriebe, die hier irgendetwas vorantreiben. Es sind Privat-Unternehmen, die von den Agenturen bezahlt werden. Aber gerade &quot;Arianespace&quot; ist auch ein privat-wirtschaftlich organisiertes Unternehmen, was die Starts absichert. 

Bei den Amerikanern steckt da ja auch ganz stark der Traum des Weltraumtourismus dahinter. Das heißt, wer ein entsprechend gefülltes Portemonnaie hat, der kann sich auch einen Flug ins All leisten. Wäre das etwas für Sie?

Ja, ich würde sofort mitmachen. Ich würde auch bei längeren Flügen mitmachen, weil ich glaube, dass diese Neugier, die man in sich hat, etwas Neues zu sehen, das ist etwas typisch Menschliches. Columbus ist nach Amerika gefahren. Er wusste nicht, wo er hinfährt. Als er da war, wusste er nicht, wo er ist und selbst als er zurückkam, wusste er nicht, wo er gewesen ist. Aber er hat es gemacht, um neue Bereiche zu erschließen. Und das ist menschlich.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Wörner!

Interview: Ingolf BaurRedaktion: Maria Lesser</description>
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   <pubDate>Sun, 20 Nov 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Kourou - Auftrieb für den europäischen Weltraumbahnhof</title>
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   <description>Im Oktober ist zum ersten Mal eine russische Sojus-Trägerrakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou im französischen Département Französisch-Guayana aus gestartet. Bislang war dieser Platz europäischen Ariane-Raketen vorbehalten. Kourou ist wegen seiner äquatornahen Lage für Raketenstarts sehr gut geeignet.Außerdem können von hier aus auch Satelliten starten. Europa will sich als Weltraum-Spediteur profilieren, gegen Konkurrenten in Indien und China. Helfen soll die neue ESA-Rakete Vega, die in wenigen Wochen von Kourou ins All starten soll.</description>
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   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
   <itunes:keywords>Kourou, Weltraumbahnhof, Sojus-Trägerrakete, All, Cornelia Borrmann</itunes:keywords>
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   <title>Zu Gast im Studio ist Dr. Gritta Veit-Köhler</title>
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   <description>Biodiversitätsforscherin, Forschungsinstitut Senckenberg, WilhelmshavenDW-TV: Gritta Veit-Köhler ist an dem Projekt &quot;Census of Marine Life&quot; beteiligt. Sie ist Expertin für Biodiversität. Was hat denn die Auswertung der Proben bisher ergeben?

Gritta Veit-Köhler: Am Senkenberg-Institut beschäftigen wir uns hauptsächlich mit den kleinsten Tieren, die am Meeresboden leben. Dort haben wir eine unheimliche Vielfalt gefunden. Das ist die Meiofauna. Sie sind zwischen 32 Mikrometer und einem Millimeter groß. Vor allem bei den Fadenwürmern, den sogenannten Nematoden und den Ruderfußkrebsen, den Copepoden. 

Sie haben ja in der Tat interessante Tiere entdeckt. Können sie uns darüber ein bisschen was erzählen?

Die Ruderfußkrebse zum Beispiel sind maximal einen Millimeter groß und können sehr bizarre Formen haben. Sie kommen alle aus der Tiefsee und haben zum Beispiel eine walzenförmige, tonnenförmig Gestalt. Daran sieht man, dass das Tier im Sediment wühlt, also im Meeresboden wühlend lebt. Dann gibt es andere Tiere, die eher an das Schwimmen angepasst sind. Sie leben dann leicht über der Sedimentoberfläche. Ein besonders bizarrer Vertreter hat Verlängerungen auf dem Rücken. Und kein Mensch weiß, wozu sie eigentlich dienen. 

Sie haben ja wirklich sehr viele Tiere entdeckt, die für den Laien alle vollkommen gleich aussehen. 

Ja, zum Beispiel der Ruderfußkrebs. Einen habe ich in der Antarktis entdeckt, also in der antarktischen Tiefsee in 5000 Meter. Da kam dieses Tier in einer Expedition nur zweimal in all unseren Proben vor. Das fand ich sehr interessant. Das Tier hat, seitlich betrachtet, eine Fragezeichenform, am Hinterteil hat er zwei Fortsätze, Schwanzfortsätze, und zwei Haken. Wir nennen es Hakentier. Das habe ich im Jahr 2004 beschrieben. Das Tolle ist, dass ich dieses Tier inzwischen weltweit wiederentdeckt habe. 

Das heißt, er ist im ganzen Ozean verbreitet? Also nicht nur in der Antarktis, sondern auch woanders. Worauf lässt das denn dann hindeuten?

Ja, es lässt darauf hindeuten, dass es eben einige Arten von dieser unglaublichen Vielfalt gibt, die sehr weit verbreitet sein können. Es gibt aber auch andere Arten, die sich nur in einem Tiefseebecken, z.B. im Angola-Becken, im Guinea-Becken oder im Kap-Becken finden und sonst nirgends auf der Welt vorkommen.



Wie kann man – vor allem, wenn das alles im Mikrometer oder Millimeter Bereich spielt – wissen, dass man es mit einer neuen Art zu tun hat?

Manchmal unterscheiden sich Arten auch nur durch eine einzige Borste am dritten Schwimmbeinpaar. Das ist schon sehr kompliziert. Wir müssen die Tiere auch oft sezieren und das ist bei einem 0,3 mm großen Tier nicht so einfach.

Da brauchen sie schon ein sehr kleines Messer?

Eine chemisch geschärfte Nadel benutzen wir dann. Und unter dem Binokular können wir das dann untersuchen.

Sie haben so viel entdeckt und es wurde bereits so viel entdeckt. Denken Sie, es ist noch viel zu tun?

Während des „Zensus of Marine“ Live sind sehr viele Arten beschrieben worden. Allein für die Tiefseeebenen 500 neue Arten. Wir haben 10-mal mehr neue Arten noch in den Schränken sitzen, die wir noch gar nicht beschreiben konnten. Die Vielfalt ist unglaublich. Um nur noch eine Zahl zu nennen: Unter 2000 erwachsenen Ruderfußkrebsen gibt’s es 700 Arten. Jedes dritte Tier ist eine neue Art im Angola-Becken. Das ist wirklich unglaublich. 

Gritta Veit-Köhler, herzlichen Dank für ihren Besuch.

Interview: Daniela LevyRedaktion: Alex Reitinger</description>
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   <itunes:keywords>Dr. Gritta Veit-Köhler, Biodiversitätsforscherin, Forschungsinstitut Senckenberg, Wilhelmshaven</itunes:keywords>
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   <title>Ackerbau 3D - LandVertical farming</title>
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   <description>Ein Stuttgarter Wissenschaftler erforscht den Ackerbau der Zukunft: Er will in die Höhe gehen und Anbauflächen in Etagen übereinander stapeln. Vertical Farming heißt das Konzept: Mehr Flächen für die Landwirtschaft, damit die wachsende Weltbevölkerung mit Nahrung versorgt werden kann. Eine Firma im Niederländischen S&#039;Hertogenbosch entwickelt dazu ein passendes Lichtkonzept.Weltweit gibt es mehrere Arbeitsgruppen, die versuchen, den Anbau von Reis, Getreide oder Salat in die 3. Dimension zu verlagern. Auch Architekten können sich für die Idee begeistern: Es gibt schon Pläne, auch Schweineställe ins Hochhaus zu holen.</description>
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   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
   <itunes:keywords>Ackerbau, Agrar, Science fiction, Vertical Farming, Folkard Asch, Autor: Andreas Neuhaus, Universität Hohenheim, Joachim Sauerborn, Agrarökologie, Gertjan Meeuws, Plant Lab</itunes:keywords>
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   <title>Kluge Köpfe - der Informatiker Mehul Bhatt</title>
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   <description>Unter dem Titel &quot;Kluge Köpfe&quot; stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen. Diesmal: Der Informatiker Mehul Bhatt.

Von Mumbai nach Bremen: Dr. Mehul Bhatt wohnt weit entfernt von seiner Heimat - aber er ist sowieso hauptsächlich in virtuellen Sphären unterwegs. Sein Spezialgebiet: Raumkognition.Mit Unterstützung der Alexander von Humboldt Stiftung untersucht er, wie Menschen sich in Räumen verhalten, die es noch gar nicht gibt und in denen nicht immer die bekannten Naturgesetze herrschen.</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
   <itunes:keywords>Architektur, Mehul Bhatt, Virtuell, Raumkognition, Entwicklung von Räumen, Bewegung, Menschen, zurechtfinden, Informatik</itunes:keywords>
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   <title>Studiogast: Prof. Dr. Klaus Strassmeier</title>
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   <description>&quot;Leben, so wie wir es auf der Erde kennen, entwickelt sich überall. Von der Antarktis bis in die Tiefen des Ozeans. Ohne Licht, mit Licht, ob auf Schwefelbasis oder Kohlenstoffbasis.&quot; 
Prof. Dr. Klaus Strassmeier, Astrophysiker, Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP)

DW-TV: Prof. Klaus Strassmeier ist Astrophysiker am Leibniz-Institut für Astrophysik in Potsdam. Herr Strassmeier, ist es tatsächlich so, dass erst der Mond die Erde zu einem Lebensraum macht? 


Klaus Strassmeier: Ja, unter anderem, aber da gibt es noch wesentlich mehr Faktoren. Die Position der Erdachse ist ein existentieller Parameter, der für die Jahreszeiten verantwortlich ist, und dieser wird in der Regel vom Jupiter und von der Sonne beeinflusst. Und das ändert sich im Laufe der Zeit. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ohne eine stabilisierende Rotationsachse Leben entsteht, wesentlich geringer. Aber auch das Magnetfeld ist entscheidend. Ohne das Magnetfeld der Erde würden wir nicht leben. 

Was braucht es denn alles, damit Leben entsteht?
 
Wir brauchen ein Magnetfeld. Wir brauchen einen Schutz vor der kosmischen Strahlung der Sonne, also vor schnellen Protonen und schnellen Elektronen.

Das Finden einer zweiten Erde ist ein hart umkämpftes Forschungsfeld in der Welt der Astrophysiker. Es wurde das eine oder andere schon gefunden, aber die richtige Sensation war noch nicht dabei, oder?

Das ist richtig. Jeder sucht die zweite Erde, wobei &quot;Erde&quot; mit Leben besetzt ist und eine schöne Sauerstoff-Stickstoff-Atmosphäre hat usw. Aber eigentlich definieren wir Astronomen Erde noch immer als eine Masse, die unserer Erde gleicht und den gleichen Radius hat wie unsere Erde.

Wie stehen denn die Chancen, dass man wirklich eine zweite Erde findet, auf der man auch leben könnte?

Ich denke: ausgezeichnet. Ich würde sogar glauben, dass wir in zehn Jahren eine zweite Erde haben, allerdings ohne Hinweise auf Leben. Das ist der nächste Schritt, das ist wirklich für die nächste Dekade. Aber einen Körper mit der Masse der Erde und dem Radius der Erde, das ist am Horizont.


Es heißt ja immer, die Chance, dass man da irgendwo Leben findet in diesem riesigen Universum, ist größer als die, dass man keines findet. Glauben Sie das auch?


Absolut. Leben, so wie wir es auf der Erde kennen - diese Voraussetzung muss man immer machen - entwickelt sich ja überall. Von der Antarktis bis in die Tiefen des Ozeans, ohne Licht, mit Licht, auf Schwefelbasis oder Kohlenstoffbasis. Die Antwort ist hier ein klares: Ja. 

Muss denn das Leben so aussehen wie bei uns auf der Erde? 


Natürlich nicht. Auf der Erde ist alles von der sozialen und der soziologischen Struktur des Menschen dominiert. Schauen Sie sich Weltraum-Serien wie Star Trek an: Alle Außerirdischen haben Hände und Füße.

Aber so sehen sie ja wohl nicht aus, das ist ja nur die Hollywood Vorstellung? 

So ist es. 


Es gibt ja für Wissenschaftler eine Art Regel, was zu tun ist, wenn man einen Außerirdischen trifft.


Ja. es gibt einen Verhaltenskodex. Der basiert einfach auf den Regeln guter wissenschaftlicher Praxis: Man muss das absolut sicher verifizieren lassen, von Kollegen und von anderen Instituten in anderen Ländern. Und dann muss man an die Regierungen und vor allem an die UNO herantreten. Die UNO hat hier eine weltregierungsähnliche Rolle. 


Glauben Sie denn, dass die Außerirdischen uns auch suchen?

Ich bin davon überzeugt. Allein schon durch die Anzahl der Sterne, 400 Milliarden nur in unserer Galaxie und 20 Prozent davon mit Planeten. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, wir weden es nur nicht so schnell wissen, aber ich glaube: Ja.



Interview: Daniela Levy</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
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   <pubDate>Sun, 6 Nov 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Studiogast: Prof. Hans Schöler, Stammzellenforscher</title>
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   <description>&quot;Was mir eigentlich so in der Fernsicht vorschwebt ist, dass sie bei einem gealterten Menschen, der schwächere Muskeln hat, im Körper die Zellen so reprogrammieren, so umwandeln, dass die Stammzellen in seinem Körper sich wieder bilden, um seine Muskelmasse zu stärken. Das ist ja eigentlich ein Ziel, auf das wir hinarbeiten.&quot;Professor Hans Schöler, einer der renommiertesten Stammzellenforscher in Deutschland und arbeitet am Max-Planck-Institut für Molekulare Biomedizin in Münster.


DW-TV:. Herr Schöler, haben sie Zweifel daran, dass es eines Tages gelingen wird aus Leberzellen Insulin produzierende Zellen zu gewinnen?


Prof. Hans Schöler: Ich bin ganz sicher, dass es gelingen wird. Ich denke, dass es grundsätzlich gelingen wird, jede Zelle in eine andere Zelle umzuwandeln. Man muss nur wissen, was eine bestimmte Zelle ausmacht und dann können sie diese Zelle in eine andere Zelle umwandeln. 


Das heißt, es funktioniert heute schon nach einem relativ einfachen Rezept?


Ganz einfach. Es ist erstaunlich, wie einfach das ist. Es hat damit angefangen, dass man erst einmal Hautzellen in Alleskönnerzellen umgewandelt hat, die so ähnlich sind wie embryonale Stammzellen, über die wir ja so viel diskutieren. Dann ist es auch gelungen, direkt aus Hautzellen Muskelzellen zu machen, Herzmuskelzellen, Blutzellen usw. Man muss den Cocktail kennen und man muss das Verfahren kennen und dann kann man es machen.

Das bedeutet doch eigentlich, dass wir diese ethisch schwierigen, problematischen embryonalen Stammzellen vielleicht gar nicht mehr brauchen, oder?


Es ist möglich, dass wir sie nicht mehr brauchen, aber das kann man jetzt noch nicht sagen. Allein die Tatsache, dass wir Zellen umwandeln können, heißt noch nicht, dass diese dann tatsächlich auch genauso gut sind wie die Zellen aus einem Körper oder Zellen, die von embryonalen Stammzellen abgewandelt worden sind. In der Zelle bleibt eine ganze Menge Erinnerung an das zurück, was sie gewesen sind. Um das aufzuklären braucht man noch viel Forschungsleistung. Aber prinzipiell geht es, um das zu perfektionieren müssen wir noch einige Arbeit reinstecken.


Aber das heißt, dass man vielleicht auch für die Therapien, auf die wir ja alle setzen, um dann eines Tages Parkinson oder Alzheimer zu heilen, eventuell auch embryonale Stammzellen braucht? Oder würden dann auch diese unbedenklichen umgewandelten Körperzellen reichen?


Meine persönliche Vermutung ist, dass man beides brauchen wird. Es wird bestimmte Zellen geben, die man nicht auf diese Art und Weise einfach so umwandeln kann. Dafür wird man vielleicht die embryonalen Stammzellen brauchen. 
Aber stellen sie sich das vor, was mir eigentlich so in der Fernsicht vorschwebt, sie könnten bei einem gealterten Menschen, der schwächere Muskeln hat, im Körper die Sachen so reprogrammieren, so umwandeln, dass die Stammzellen in seinem Körper sich wieder bilden, um seine Muskelmasse wieder zu stärken. Das ist ja eigentlich ein Ziel, worauf wir hinarbeiten. Wir wollen nicht nur alles in der Kulturschale machen, sondern wir wollen auch in der Lage sein, eigene Zellen zu aktivieren.

Das ist ein ewiger Jungbrunnen, dann werden wir beliebig alt?


Nein, man wird dann wie bei einem Auto einzelne Teile reparieren können, aber trotzdem fällt der Wagen dann irgendwann auseinander.

Der Europäische Gerichtshof hat grünes Licht für die Stammzellenforschung in Europa gegeben, Patente dieser Forschung jedoch untersagt. Was bedeutet das für ihre Arbeit?


Patente sind aus meiner Sicht erst einmal Schutz der eigenen Arbeit. Die Verfahren, die entwickelt werden, werden geschützt. Das heißt, das Wissen, was wir uns beispielsweise in Deutschland erarbeitet haben, ist ohne Patentierung quasi weltweit verfügbar. Man kann es nicht mehr schützen. Und ich hab immer wieder versucht dem Vorwurf zu begegnen, dass wir uns nur eine goldene Nase mit der Forschung und den Patenten verdienen wollen. 
Wieso kann man nicht so vorgehen, dass man diese Gelder, die man durch die Patente einnimmt, gleich wieder in die Forschung investiert. Also ich würde gerne darauf verzichten und mit dem Geld aus den Patenten statt dessen die Forschung unterstützen.



Interview: Ingolf Baur</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
   <itunes:author>DW-WORLD.DE | Deutsche Welle</itunes:author>
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   <pubDate>Sun, 30 Oct 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Studiogast: Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme</title>
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   <description>&quot;Aus Sicht der Technik ist die Energiewende, das heißt, die komplette Umstellung auf regenerative Energien bis 2015 möglich. Die Frage ist, ob es zu viele Widerstände gibt, die das verhindern.&quot;DW-TV: Professor Volker Quaschning ist ein Experte für regenerative Energiesysteme. Herr Quaschning, was glauben Sie, werden die günstigen Plastiksolarzellen das Rennen machen oder holen doch vielleicht noch die Hightech-Siliziumzellen auf?

Volker Quaschning: Ich denke, das Rennen ist offen. Wir haben vor gut 10 Jahren schon gesagt, die Siliziumtechnik hat noch 10 Jahre, dann wird sich die Dünnschicht-Technik, das ist wieder eine andere Technologie, durchsetzen. Jetzt sagt man, die organische Solartechnik wird es vielleicht sein. Wenn wir in die Geschichte zurück gucken, dann sieht es so aus: In den 70er Jahren waren es 60 Dollar pro Watt für die kristallinen Solarzellen. Im letzten Jahr sind die Preise auf unter einen Dollar pro Watt gefallen. Das ist eine enorme Preisreduktion bei den kristallinen Solarzellen. Das ist natürlich ein großer Konkurrenzkampf, den wir da aufnehmen müssen.

Das heißt, die haben vielleicht doch noch eine Chance. Aber damit stellt sich natürlich auch die Frage, kann denn das Preisniveau immer weiter sinken? 

Das Preisniveau muss sinken. Wir wollen die Energiewende haben. Das heißt, wir wollen 20, 30% Solarstrom in den nächsten 30 Jahren in Deutschland realisieren und das geht natürlich nur wenn wir konkurrenzfähig werden. Dazu muss der Preis für die Solartechnik um den Faktor 2 bis 3 noch mal runter. 

Nun haben aber die sogenannten“ organischen“ Solarzellen keinen so hohen Wirkungsgrad mehr. Das bedeutet, wir brauchen mehr Fläche. Nun sind in Deutschland schon jede Menge Dächer mit Solarzellen bedeckt. Wo soll denn die Fläche herkommen?
 
 
Wenn man sich die Dächer anguckt, dann sieht man, dass wir schon noch Platz haben. Wenn man hier in Berlin durch die Straßen läuft, dann fällt einem schon auf, dass man hier locker noch verzehn-, verzwanzigfachen kann. Wir gehen davon aus, dass wir auf den Dächern etwa noch mal einen Faktor 10 realisieren können von dem, was wir bis jetzt haben. Das geht natürlich nur bei einem guten Wirkungsgrad. Wenn der ein bisschen schlechter ist, könnte man mehr installieren. Es gibt auch noch andere Flächen, die heute kaum genutzt werden: Fassaden, Fahrzeuge, oder auch auf Freiflächen. Da gibt es noch viele Möglichkeiten zur Sicherstellung der Energieversorgung. 

Das heißt, sie sind ganz optimistisch, dass wir die Energiewende bis 2015 schaffen, eine Umstellung fast komplett auf regenerative Energie?

Wenn wir das wollen, geht das. Und wir müssen ja auch, wegen der Klimaproblematik. Die Frage ist, ob es zu viele Widerstände gibt, die das verhindern, verzögern. Aber ich bin optimistisch, dass es aus Sicht der Technik möglich ist. Wenn wir das nicht ausbremsen, dann wird das auch kommen.

Sie sagen, wenn wir wollen, können wir das. Momentan erleben wir, dass man dabei ist, wieder ganz neue Kohlekraftwerke zu bauen und außerdem Nuklearstrom aus dem Ausland zu importieren.

Das sind die alten Leute, die mit Kohle- und Kernenergie Geld verdient haben. Die wollen das Geschäft natürlich nicht einfach aus der Hand geben und sagen, wir hören jetzt auf zu produzieren und das Geschäft macht jemand anderes. Das sind ganz klassische Verteilungskämpfe. Die müssen auch noch entschieden werden. Aber ich sehe, dass die Chance der regenerativen Energien auch aus Preissicht da ist. Wir werden das auch realisieren.

Stichwort Mobilität: Können wir sauber Auto fahren und brauchen keine neuen Tankstellennetze? Mit dem neuen Carbazol-Benzin wäre das Tanken auch noch ziemlich risikolos? Ist das die Lösung?

Wasserstoff ist durchaus umweltfreundlich - wenn ich ihn aus regenerativen Energien erzeuge. Das Problem ist aber, es fehlt das Tankstellennetz. Man muss ich für viel, viel Geld neue Infrastruktur aufbauen. Deswegen bezweifeln auch viele Experten, dass sich diese Technologie durchsetzt. Und da hätten wir mit dem neuartigen Kraftwstoff durchaus eine Lösung. Aber wir haben ja auch noch andere Lösungen in petto. Batteriespeicher ist eine Variante. Ich kann auch Erdgas als Energieträger nehmen. Also, da habe ich natürlich verschiedene Möglichkeiten. Es wird sich zeigen, was sich am Ende durchsetzt.

Aber sie sagen ja schon, wir haben verschiedene Möglichkeiten. Es wird unterschiedlich investiert und geforscht, auch in die Batterietechnik. Verzetteln wir uns da nicht, verschwenden wir da nicht Ressourcen?

Es ist immer die Historie, die man sich anschauen kann. Batterieautos zum Beispiel waren auch schon vor gut 100 Jahren Stand der Technik. Das heißt, die ersten Autos, die gefahren wurden, waren keine Benzinautos. Das Benzinauto hat sich dann erst durchgesetzt. Heute wissen wir, wir können uns das nicht mehr lange erlauben aufgrund der ganzen Problematiken. Jetzt müssen wir eine Alternative suchen. Ich denke, jetzt zu sagen, das wird es in 20 Jahren sein, ist eher Wahrsagerei. Aber ich finde es spannend, dass wir die Lösungen heute schon in petto haben. Wir wissen, was wir machen können. Wir müssen die Lösungen nur sehr schnell entwickeln. Und da tut sich im Forschungsbereich einfach noch zu wenig, dass wir hier schnell in den Markt kommen.

Werden wir uns insgesamt, wenn wir die Energiewende betrachten, einschränken müssen? Oder können wir im Grunde genommen weiter machen wie bisher, nur eben mit anderen Technologien?Die Weltbevölkerung steigt ja auch. Das sind ganz große Problematiken, die wir haben. Wenn ich jetzt sage, wir müssen uns überhaupt nicht einschränken, dann ist das vielleicht gelogen. Aber ich sage mal, wir können schon das meiste, was wir uns heute leisten können, künftig auch machen.

Sehr optimistisch. Haben sie vielen Dank für das Gespräch, Herr Quaschning.

(Interview: Ingolf Baur)</description>
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   <itunes:keywords>Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme, Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin</itunes:keywords>
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   <title>Kluge Köpfe: Der Brasilianer Roberto Rinaldi</title>
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   <description>Er forscht im Max-Planck-Institut für Kohleforschung in Mülheim/Ruhr und sucht nach Verfahren, wie sich Abfälle aus der Landwirtschaft für die Energiegewinnung nutzen lassen.</description>
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   <itunes:keywords>Roberto Rinaldi, Brilliant Mind, Max-Planck-Institut für Kohleforschung</itunes:keywords>
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   <title>Energie speichern: Wasser im Schacht</title>
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   <description>Wissenschaftler der Technischen Universität Clausthal untersuchen, ob sich ausgediente Erzbergwerke zur Energiespeicherung nutzen lassen. Denn um Strom aus Sonne und Wind rund um die Uhr liefern zu können, brauchen die Stromproduzenten neue Speichertechnologien.Unterirdische Kraftwerke sollen helfen: Mit Strom aus Wind- oder Sonnenkraft wird Wasser aus der Tiefe nach oben gepumpt. Bei Windstille oder nach Sonnenuntergang strömt es durch Fall&amp;shy;rohre zurück in die Tiefe und treibt dabei eine Turbine an. So wird die Landschaft geschont, und die alten Bergwerke können auch in Zukunft sinnvoll genutzt werden.</description>
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   <title>Sprit der Zukunft: das elektrische Benzin</title>
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   <description>Wasserstoff gilt als Autotreibstoff von morgen, hat allerdings gewisse Nachteile: Das Gas ist explosiv und erfordert aufwändige Tankanlagen. Erlanger Forscher bieten eine Lösung: Carbazol, eine benzinähnliche Flüssigkeit. Sie kann Wasserstoff in großen Mengen binden, ohne Explosionsgefahr.Im Auto wird der Wasserstoff wieder freigesetzt, er erzeugt per Brennstoffzelle Strom für den Elektromotor. Der Autofahrer muss dann nur noch das verbrauchte Carbazol gegen frisches tauschen - an einer ganz normalen Tankstelle.</description>
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   <title>Dünn und billig: Solarzellen aus Kunststoff</title>
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   <description>Sie gelten als Hoffnungsträger für die Energieversorgung der Zukunft: Solarzellen aus Kunststoff, durchsichtig, dünn und flexibel. Wissenschaftler in Dresden wollen diese &quot;organischen Solarzellen&quot; zur Marktreife bringen.Das Ziel klingt faszinierend: Sind erst mal die Schwächen der Technologie überwunden - kurze Haltbarkeit, geringer Wirkungsgrad - dann können die Solarzellen als farbige Folien fast unbegrenzt zum Einsatz kommen: an Häuserfassaden, auf Fahrzeugen, ja sogar auf Handtaschen und Mobiltelefonen.</description>
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   <title>Eingeschult - &quot;Das Haus der kleinen Forscher&quot;</title>
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   <description>Wie entsteht Wind? Wie funktioniert Strom? Kinder wollen die Welt entdecken und verstehen. Diesen Wissensdurst nutzt die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ und organisiert ihre Angebote nicht mehr nur für Kindergärten, sondern auch für Grundschulen.Die Macher sind sich sicher: Wer als Kind Spaß an Wissenschaft hat, wird sich auch später für diese Themen interessieren. Und verschiedene Studien sagen, dass diese Frühförderung tatsächlich zu einem steigenden Interesse an Naturwissenschaften führt.</description>
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   <itunes:keywords>Stiftung Haus der kleinen Forscher, Kindergärten, Interesse an Naturwissenschaften</itunes:keywords>
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   <title>Studiogast: Detlev Ganten, Präsident World Health Summit</title>
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   <description>&quot;Der urbane Mensch ist nicht so gut auf Allergene vorbereitet wie jemand der von Kind auf in einer &#039;dreckigen&#039;, ländlichen Umgebung aufwächst.&quot;DW-TV: Bei uns im Studio darf ich Ihnen Herrn Professor Detlev Ganten vorstellen. Er ist ursprünglich Pharmakologe, jetzt Präsident des Weltgesundheitsgipfels, war Chef der Charité und hatte schon viele andere Positionen inne gehabt.
Herr Ganten, erklären Sie uns kurz, worum geht es bei dem Weltgesundheitsgipfel? Was sind ihre Ziele?

Detlev Ganten: Gesundheit ist ein Menschenrecht, in der Charta der Vereinten Nationen verbrieft. Aber Gesundheit kann man nicht fordern, für die Gesundheit muss man selber etwas tun. Und auch Ärzte müssen mehr tun als nur darauf zu warten, dass Patienten krank zu ihnen kommen. Wir müssen vorbeugen, wir müssen Gesundheit als das grosse Thema der Gesellschaft, das den Einzelnen am meisten betrifft, auf die Agenda der Politik und auch der Gesellschaft setzen. Und das erfordert die Zusammenarbeit aller Kräfte: der Ärzte in erster Linie, darum geht es uns, aber auch der Politik, der Wirtschaft und natürlich der Zivilgesellschaft, um die Voraussetzungen zu schaffen.

DW-TV: Das heißt, sie wollen eine Art Bewusstseinswandel schaffen, so dass wir auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens schauen?

Detlev Ganten: Unsere Aufgabe ist „Agenda Setting“. Gesundheit soll das grosse Thema werden, weil es die Menschen am meisten interessiert. 



DW-TV: Sie können natürlich auf dem Weltgesundheitsgipfel nur reden und diskutieren. Kann man damit konkrete Ergebnisse erreichen?

Detlev Ganten: Dem Reden geht ja das Denken voraus, meistens. Und das haben wir natürlich gemacht. Wir haben sorgfältig geplant und wir haben die wichtigen Leute aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammengebracht. Sie kommen auch gerne nach Berlin, um dieses grosse Thema gemeinsam zu besprechen.

DW-TV: Wir haben gerade im Bericht gesehen, dass immer mehr Menschen an Allergien leiden. Gibt es dafür einen Grund, der über das hinaus geht, was uns der Bericht erzählt hat?

Detlev Ganten: Das ist auch eines der Themen auf dem Weltgesundheitskongress. Die Welt verändert sich rasant. Stichwort Klimawandel. Monokulturen nehmen weltweit zu und dadurch verändert sich die Zusammensetzung der Pollen, wie es in dem Film gesagt wird. Der Mensch ist darauf eingerichtet sich gegen äußere Einflüsse zu wehren, wie zum Beispiel gegen Bakterien oder Viren - dafür wurde gerade der Nobelpreis verteilt. Aber es sind eben auch die anderen Chemikalien und Pollen, die auf den Menschen einwirken. Das Immunsystem versucht das abzuwehren. Wenn dann plötzlich neue Pollen, neue sogenannte Allergene kommen, ist der Körper nicht darauf vorbereitet. Dann wird er krank und das ist Allergie.

DW-TV: Warum gibt es den Anstieg in unseren Zeiten? Durch den Klimawandel einerseits, aber setzen wir uns vielleicht heute diesen Allergenen nicht mehr so aus?

Detlev Ganten: Einmal ändert sich die Zusammensetzung, das wurde auch gesagt, und zwar beständig durch Klimawechsel, durch Monokulturen auf grossen Flächen, was früher so nicht vorkam. Der zweite Punkt ist aber auch, dass wir in Städten aufwachsen, nicht mehr auf dem Lande. Und Stadtkultur verglichen mit Landkultur ist nicht steril, aber ganz anders zusammengesetzt, natürlich mit mehr chemischen Stoffen als mit Natürlichen. Und wenn plötzlich etwas Neues auf uns zukommt, dann ist der urbane Mensch darauf nicht mehr so vorbereitet wie jemand, der in einer „dreckigen“ Umgebung aufgewachsen ist und nun mit allen Allergenen von Kind auf in Kontakt gekommen ist.

DW-TV: Also wir müssten unsere Kinder eigentlich häufiger im Stall spielen lassen.

Detlev Ganten: Zurück aufs Land, ja.

(Interview: Ingolf Baur)</description>
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   <title>Angezählt - Allergien im Visier der Wissenschaft</title>
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   <description>Münchener Forscher untersuchen, wie sich Ozon und zunehmende CO2-Werte in der Luft auf Allergien auslösende Pflanzen auswirken. Denn die Reizwirkung von Pollen nahm in den letzten Jahren drastisch zu.Zudem arbeiten die Wissenschaftler an einem Frühwarnsystem, für das erstmals ein automatisches Zählgerät für Pollen entwickelt wurde. Mit der entsprechenden Software versehen, können solche Geräte auch in anderen Regionen der Welt eingesetzt werden, um Allergie auslösende Stoffe in der Luft aufzuspüren.</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
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   <itunes:keywords>Allergien, Pollen, Ozon, CO2, Luft, Frühwarnsystem</itunes:keywords>
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   <pubDate>Sun, 16 Oct 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Studiogast: Prof. Helmut Schwarz, Präsident der Humboldt-Stiftung</title>
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   <description>Mit unserem Studiogast sprechen wir über den Nobelpreis, die geehrten Wissenschaftler und ihre Arbeit.DW-TV: Professor Helmut Schwarz, Sie sind selbst Chemiker. Können Sie uns erklären, was diese Quasikristalle, für deren Entdeckung es jetzt einen Nobelpreis gab, eigentlich sind?

Helmut Schwarz: Versuchen Sie einmal, eine Fläche mit Kacheln zu bedecken. Das gelingt nur mit Dreiecken, Vierecken und mit Sechsecken, nicht mit Fünf-, nicht mit Siebenecken. Und Shechtman hat gezeigt, es geht auch mit Fünf- und mit Siebenecken. Er ist ein Revolutionär. Er hat ein grundlegendes Dogma umgestoßen und keiner glaubte ihm. Er ist sogar entlassen worden für das, was er behauptet hat. Aber alle wissen heute, er hat eine Revolution eingeleitet, weil er zeigen konnte, es gibt sogenannte nicht-periodische Muster, wie es sie ja auch in der Kunst, in der Mathematik gibt. Grandios! 

DW-TV: Aber das ist ja unglaublich! Er, der Nobelpreisträger wurde entlassen für das, wofür wir ihn heute auszeichnen.

Helmut Schwarz: Ja, sein Chef hat ihm ein Buch hingelegt, hat gesagt, schau mal in das Buch hinein, das, was du sagst, ist Unsinn. Aber er hat daran geglaubt und er konnte den Beweis eben später führen. Andere haben ihm geholfen. Die Mathematiker haben ihm geholfen und heute weiß jeder, es gibt Quasikristalle.

DW-TV: Man entdeckt immer wieder einige neue Quasikristalle. Gibt es dafür eine Anwendung?

Helmut Schwarz: Es wird vermutet, dass in einem schwedischen Stahl, der ganz besondere Eigenschaften hat, es die Quasikristalle sind, die diese besonderen Eigenschaften vermitteln. Ich weiß es nicht. Wie auch immer, die Entdeckung ist grundlegend großartig. 



DW-TV: Professor Helmut Schwarz, Sie sind Präsident der Humboldt Stiftung. Die 3 diesjährigen Medizin-Nobelpreisträger sind alle einmal von der Humboldt Stiftung gefördert worden. Das heißt, Sie müssen eigentlich wissen, was man mitbringen muss, um einmal einen Nobelpreis zu bekommen. Was sind das denn für Charaktereigenschaften?

Helmut Schwarz: Es sind Talente, es sind neugierige Leute, es sind auch hier Revolutionäre. Es sind Personen, die brennen für etwas, die oftmals Wege gehen, die andere nicht bereit sind zu gehen. Leidenschaft muss dabei sein. Leidenschaft schwierigen Fragen nachzugehen, die manche als unwichtig ansehen. 

DW-TV: Und man muss wahrscheinlich auch richtig viel Glück haben.

Helmut Schwarz: Glück gehört dazu, aber es gehört auch eine Umgebung mit dazu, die sie fördert. Wir versuchen in der Humboldt Stiftung, diese Umgebung zu ermöglichen, indem wir sagen, wir setzen auf Talente und Köpfe, nicht auf Programme. Auf Talente und Köpfe, auf Außenseiter. Und die Statistik gibt uns Recht. Von den 47 Nobelpreisträgern der Humboldt Stiftung haben wir 44 ausgezeichnet mit Forschungspreisen lange bevor Stockholm auf sie aufmerksam wurde. 

DW-TV: Sie wirken auch sehr leidenschaftlich, interessiert. All die Eigenschaften haben Sie auch. Sie sind international führender Chemiker. Warum haben Sie keinen Nobelpreis bekommen?

Helmut Schwarz: Das müssen Sie Stockholm fragen.

DW-TV: Vielleicht gucken die ja unsere Sendung. Es gab ja viel Kritik auch an den Nobelpreisen. Dass heutzutage die Fächer, die dort belohnt werden, nicht mehr wirklich up to date sind. Es fehlen beispielsweise Computerwissenschaften. Teilen Sie diese Kritik?

Helmut Schwarz: Ja und nein. Der Nobelpreis für Physiologie und Medizin enthält im Grunde Gebiete aus den ganzen Lebenswissenschaften: Biochemie, Biologie, Biophysik. Also der Bereich ist abgedeckt. Was wirklich fehlt, Sie haben es erwähnt, sind Computerwissenschaften, ist Mathematik, sind die ganzen Bereiche Geistes- und Sozialwissenschaften. Aber im Großen und Ganzen sollte man sich nicht an die Namen klammern. Es werden ja auch hier wiederum die Talente identifiziert. Conrad Lorenz hat einen Nobelpreis für Physiologie und Medizin bekommen und er war Verhaltensforscher.

DW-TV: Anfang Oktober ist dann immer das große Kribbeln in der Wissenschaftlergemeinde?

Helmut Schwarz: Einige, glaube ich, werden krank darüber. Einige reden wirklich vom „nobel award disease“.

DW-TV: Haben Sie vielen Dank, Herr Schwarz.

(Interview Ingolf Baur)</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
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   <pubDate>Sun, 9 Oct 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Eric Kandel - Auf der Suche nach dem Gedächtnis</title>
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   <description>Er gilt als Popstar der Neurowissenschaften und bedeutendster Hirnforscher unserer Zeit.  Eric Kandel, vor 82 Jahren in Österreich geboren, fand heraus, wie das Gedächtnis funktioniert.Er entdeckte das Protein, mit Hilfe dessen eine Erinnerung aus dem Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis überführt wird. Dafür erhielt er 2000 den Nobelpreis. Wie Forscher heute seine neurobiologischen Grundlagen nutzen, um Alzheimer, Depressionen und andere Krankheiten zu heilen, zeigen Forschungsprojekte am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen.</description>
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   <pubDate>Sun, 9 Oct 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Studiogast: Prof. Thomas Lindel</title>
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   <description>Zum Thema organische Wirkstoffe für die Medizin ist Thomas Lindel von der Technischen Universität Braunschweig zu Gast im Studio. Der Chemiker sucht in den Meeren nach neuen Arzneien.DW: Herr Lindel, warum suchen Sie denn gerade in den Meeren?

Thomas Lindel: Im Meer gibt es beispielsweise sesshafte Tiere, die leben auf Riffen und das sind damit Organismen, die eine exklusive Klasse von Substanzen produzieren können.

DW: Warum müssen sie die produzieren?

Thomas Lindel: So ein Riff kann man sich vorstellen als Brennpunkt des Lebens. Es gibt auf engstem Raum eine Vielzahl von Organismen und die sind auf die Chemie als Mittel der Verteidigung und der Kommunikation angewiesen. 

DW: Welche Tiere sind das?

Thomas Lindel: Unter sesshaften Tieren kann man beispielsweise Schwämme finden, Korallen, auch Moostierchen. Algen dagegen gehören natürlich nicht zu den sesshaften Tieren.

DW: Da sind also jede Menge Lebewesen, die sich ordentlich verteidigen müssen. Wie viele Substanzen hoffen Sie denn zu finden da unten im Meer? 

Thomas Lindel: Insgesamt sind so etwa 25.000 Einzelsubstanzen bisher charakterisiert worden über einen Zeitraum von etwa 40 Jahren. Und unter Einzelsubstanz meint man nicht ein Extrakt und auch keine Fraktion, das sind Gemische, sondern eine chemisch reine Verbindung nach einer vollständigen Reinigung. 



DW: Das klingt relativ einfach, so als würden Sie sagen, ich hol mir da eine Koralle und extrahiere dann den Stoff daraus. Ist es tatsächlich so leicht oder ist es eher eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen?

Thomas Lindel: Es ist natürlich eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Ich hatte schon gesagt, 25.000 bekannt. Das bedeutet, dass man natürlich auch bekannte Verbindungen findet und man wird spektroskopisch untersuchen müssen, ob eine isolierte Verbindung neu ist oder nicht. Der Aufwand, der dahinter steckt, der steckt zum guten Teil in der Reinigung der Substanz. Ich würde mal schätzen so um die 80 %, und 20 % der Zeit geht dann in die Strukturaufklärung, wenn man Glück hat.

 
DW: Und wie viel von diesen Stoffen sind tatsächlich in der Medizin gelandet?

Thomas Lindel: Das Bild ist, wenn man die Zahl hört, eher ernüchternd. Wir haben es mit vier exklusiv marinen Naturstoffen zu tun, die bisher in der Klinik zugelassen sind. Etwa vier weitere sind ganz nah dran, in der klinischen Phase 3. Die stammen aus verschiedenen Quellen, also bspw. aus einer Kegelschnecke. Die benutzt eine Harpune, harpuniert einen Fisch und muss dafür sorgen, dass der Fisch sich danach nicht mehr bewegt, also paralysiert ist und diese Conotoxine, die man dann isoliert hat, eignen sich für die Schmerztherapie. Da ist eine Verbindung aus diesem Bereich zugelassen.

DW: Aber vier oder ein paar mehr Verbindungen - das klingt doch danach, als ob Sie in Ihrem Forscherleben verdammt viel Geduld bräuchten.

Thomas Lindel: Das ist in der Tat so, man muss aber dazu sagen, dass es unterhalb einer klinischen Zulassung natürlich auch noch die Rolle eines Naturstoffes als molekulares Werkzeug gibt. Das heißt, man kann bestimmte Prozesse in der Zelle blockieren, und auch so etwas zu finden, wäre schon ein großer Erfolg.

DW: Und welche Vorteile haben jetzt diese natürlichen Stoffe gegenüber dem, was wir sonst per Chemie bekommen, den künstlich synthetisierten?Thomas Lindel: Kurz gesagt, sie sind durch die Evolution optimiert. Sie sind beispielsweise für die Wechselwirkungen mit Proteinen und Nukleinsäuren bestens geeignet. Von der Ausstattung unterscheiden sich selbst die Meeresorganismen nicht viel vom Menschen, auch wenn hier natürlich andere Proteine vorkommen.

DW: Wunderbar, haben Sie vielen Dank für das Gespräch, Herr Lindel.
 
(Interview: Ingolf Baur)</description>
   <category>Projekt Zukunft</category>
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   <itunes:keywords>Technische Universität Braunschweig, Thomas Lindel, Medizin, Wirkstoffe, organisch</itunes:keywords>
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   <pubDate>Sun, 2 Oct 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Studiogast Dr. Sven-Olaf Moch</title>
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   <description>Zu Gast im Studio ist Dr. Sven-Olaf Moch vom Deutschen Elektronen-Synchrotron DESYDW: Dr. Sven-Olaf Moch, Sie beschäftigen sich am DESY, also dem größten deutschen Beschleuniger, mit Elementarteilchen und suchen auf theoretische Weise nach dem Higgs. Es gibt Physiker, die gehen skurrile Wetten ein, dass in den nächsten Jahren etwas am LHC in CERN gefunden wird. Der Physikprofessor Rainer Wallny sagte er würde glatt einen alten Hut verspeisen, wenn in den nächsten 5 Jahren nichts passieren sollte. Glauben Sie auch, dass man etwas Spannendes finden wird?


Sven-Olaf Moch: Also ich bin der festen Überzeugung, dass man am LHC in den nächsten Jahren spannende, neue Resultate erreichen wird. Und ich glaube, Herr Wallny wird nicht Gefahr laufen, den Hut essen zu müssen. Die Chance, dass er seine Wette einlösen muss, ist, meiner Meinung nach, sehr gering. Also er ist auf der sicheren Seite.


DW: Eines der zentralen Dinge, die man sucht am LHC, ist das Higgs, das berühmte Gottesteilchen, das allen Dingen Masse verleiht.


Sven-Olaf Moch: Ja, das Higgs ist bislang .als theoretisches Teilchen postuliert worden. Wir suchen es, wir wollen gerne beweisen, dass es existiert. Aber es ist sehr, sehr fundamental, weil wir davon ausgehen, dass das Higgs-Teilchen dafür verantwortlich ist, dass alle Elementarteilchen, so wie wir sie kennen, tatsächlich eine Masse haben.


DW: Das sehen wir doch schon. Also nicht nur Elementarteilchen, alle Dinge haben Masse. Warum haben Physiker sozusagen ein Problem damit, den Dingen diese Masse zuzugestehen?


Sven-Olaf Moch: Sie haben recht, wir können Sachen wiegen, wir können sie auf die Waage legen. Für Elementarteilchen ist das Ganze etwas komplizierter. Wir haben ein Modell, das sogenannte Standardmodell, was uns die bisher bekannte Welt der Elementarteilchen beschreibt. In diesem Modell ist das Higgs-Teilchen ein integraler Bestandteil, und wenn wir es nicht finden, dann ist das Modell falsch. Wenn wir es finden, haben wir damit eine wichtige Komponente dieses Modells bestätigt.


DW: Was müssten Sie tun, wenn Sie es nicht finden? Modell falsch heißt, unsere ganze Beschreibung der Welt ist sozusagen verkehrt?


Sven-Olaf Moch: Dann ist diese Art und Weise, die wir hier bislang vorgeschlagen haben oder uns vorstellen, um Elementarteilchen eine Masse zu geben, so nicht realisiert in der Natur. Wir müssten uns andere Mechanismen überlegen.



DW: Ja, das ganze Standardmodell der Elementarteilchenphysik stünde damit ja auch auf dem Prüfstand… 


Sven-Olaf Moch: …wäre dann bei den hohen Energien, die im Moment am Large Hadron Collider (LHC) untersucht werden, in diesem Bereich nicht mehr gültig. Das wäre eine Konsequenz davon, wenn man also das Higgs-Boson in der Form, wie es vorgeschlagen ist, nicht findet. Aber wir gehen davon aus, dass wir in dem Energiebereich am LHC ein neues Phänomen sehen werden. Und da sind wir sehr hoffnungsvoll.


DW: Man gibt da ja sehr viel Geld aus. Nun sind wir alle begeistert von Grundlagenforschung und finden das auch wichtig, aber überkommen Sie da nicht manchmal auch Zweifel, dass vielleicht 3 Milliarden Euro für einen solchen Beschleuniger, um dann am Ende dieses eine Teilchen zu bestätigen oder auch nicht, nicht ein bisschen viel ist?


Sven-Olaf Moch: Also wir sind hier in der glücklichen Lage in der Wissenschaft, wirklich durch die Beantwortung dieser einen Frage mit ja oder nein neue Erkenntnis zu bekommen. Und die Beantwortung dieser Frage würde uns neues Wissen geben und wird uns ermöglichen, unser Verständnis der Welt zu erweitern. Und man muss es in einem breiteren Kontext sehen, denn wir werden damit Neues lernen können und vor dem Hintergrund dessen, was wir an Erkenntnisgewinn erreichen, sind die Kosten, meiner Meinung nach, gerechtfertigt. 



Interview: Ingolf Baur</description>
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   <itunes:keywords>DESY, CERN, Elementarteilchen, Physik, higgs, Sven-Olaf Moch</itunes:keywords>
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   <pubDate>Sun, 25 Sep 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Kluge Köpfe - Shigeyoshi Inoue, Chemiker</title>
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   <description>Unter dem Titel &quot;Kluge Köpfe&quot; stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen.Shigeyoshi Inoue ist 30 Jahre alt und Chemiker an der Technischen Universität Berlin. Er beschäftigt sich mit der Herstellung und Charakterisierung neuartiger Moleküle. Organische Siliziumverbindungen, also chemische Verbindungen aus Silizium und Kohlenstoff gibt es in der Natur nicht. Sie könnten die Basis für neuartige Materialien sein, die als Katalysatoren wirken oder in der Medizin zum Einsatz kommen.</description>
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   <itunes:keywords>Kluge köpfe, wissenschaftler, TU Berlin, Silizium, Chemie, Kohlenstoff, Shigeyoshi Inoue, Chemiker</itunes:keywords>
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   <pubDate>Sun, 18 Sep 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Studiogast: Prof. Dagmar Fischer, Friedrich-Schiller-Universität Jena</title>
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   <description>Prof. Dagmar Fischer leitet das BMBF-geförderte Projekt NanoMed - eine große Untersuchung zur Wirkung von Nanopartikeln im menschlichen Körper.DW-TV: In solche Nanoteilchen werden, nicht nur als Giftsauger, große Hoffnungen gesetzt. Es wird viel geforscht und doch gibt es noch ziemlich blinde Stellen. Dagmar Fischer ist Professorin für pharmazeutische Technologien an der Universität Jena und leitet ein großes Forschungsprojekt genau dazu. Frau Fischer, warum ist Ihre Forschung so wichtig?


Dagmar Fischer: Nanotechnologie ist eine unglaublich innovative Technologie, die in Medizin, Pharmazie und in jeder Form von Technik ihre Anwendung findet. Mit einem Hype bezüglich dieser Technologien, geht aber auch eine gewisse Hysterie einher. Vor einigen Monaten beispielsweise, geisterte durch alle Zeitschriften, Titandioxid, Nanopartikel in Sonnencremes, seien risikoreich und gefährlich. Das sind Dinge, denen wir versuchen, entsprechend zu begegnen.


DW-TV: Sind die Nanopartikel denn risikoreich und gefährlich?


Dagmar Fischer: Im Grunde genommen nicht. Das, was zugelassen ist, ist entsprechend geprüft. Zu den Titandioxid-Nanopartikeln wurden im Rahmen der EU, im „Nanoderm-Projekt“, mehr als 40 Studiengemacht und man hat festgestellt, dass bei einer intakten Haut, also einer gesunden Hautbarriere, da keinerlei Bedenken bestehen. Es sieht natürlich anders aus, wenn keine intakte Barriere besteht, erkrankte Haut oder ähnliches. Aber für die Normalanwendung bestehen da keinerlei Bedenken nach gegenwärtigem Stand der Technik.


DW-TV: Ja, aber auch in der Normalanwendung hat man ja mal einen kleinen Schnitt oder so was. Was machen denn Nanopartikel im Körper, oder was können sie anrichten?


Dagmar Fischer: Also man muss zunächst unterscheiden, Nano ist nicht gleich Nano. Es gibt viele verschiedene Partikel aus den unterschiedlichsten Materialien, die bioabbaubar sind oder nicht bioabbaubar sind, die unterschiedliche Nanogrößen aufweisen können, die unterschiedliche Ladungen und Oberflächeneigenschaften haben. Ich nenne ihnen mal ein Beispiel: Sogenannte kationische Partikel, das sind Partikel, die positiv geladen sind, können mit jedem Bestandteil des Körpers interagieren. Also jede Zelle ist negativ geladen, jedes Blutplättchen, jede Erythrozyte, also jede rote Blutzelle ihres Körpers, ihre Plasmaproteine. Überall dort sind elektrostatische Wechselwirkungen möglich. Und wenn sie jetzt einen negativ geladenen Partikel oder ein neutrales Teilchen verwenden, dann können sie die deutlich reduzieren. Anderes Beispiel: Größe. Große oder runde Partikel können von ihren Fresszellen im Organismus z.B. nach Inhalation gut ausgeschieden und gehandhabt werden. Spitze, längliche Teilchen hingegen nicht. Also Nano ist nicht gleich Nano, wie ich gerade sagte, sondern da gibt es noch deutliche Unterschiede. 

 

 

DW-TV: Wie untersuchen sie denn Nanopartikel? Die sind ja nun so was von klein, wie kann man das überhaupt untersuchen, ob etwas gefährlich ist oder nicht? Man muss ja wahrscheinlich aufpassen, dass man die nicht einatmet beim Forschen.
Dagmar Fischer: Die Dosis macht das Gift, das ist der Unterschied. Es ist so, dass wir Materialien vom Patienten verwenden, also z.B. wenn sie zur Blutspende gehen, dann können sie ihr Blut dafür zur Verfügung stellen. Man gibt die Nanoteilchen dazu und schaut z.B. nach Effekten. Gibt es Verklumpungen der roten Blutzellen, das würde zu Embolien führen, oder werden diese Zellen sogar angegriffen und aufgelöst. Wir verwenden Zellkulturen, dass heißt also Zellen, die aus Patienten stammen, die immortalisiert worden sind, also unsterblich sind. Die können in Schichten angezogen werden und man kann Wechselwirkungen mit den Zellen, toxikologisch, Transport, Verstoffwechselung und Ähnliches messen und quantifizieren. Vor der Anwendung steht natürlich noch der Versuch am Tier.


DW-TV: Können Sie zum Schluss noch ganz kurz sagen: Ab wann wird’s gefährlich, ab wann sollte man Schluss machen?


Dagmar Fischer: Dosis ist ein Punkt, Konzentration, die sie inhalieren, erkrankte Organe sind ein Faktor, der kritisch ist und das ist das, was wir berücksichtigen müssen.


Interview: Daniela Levy</description>
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   <itunes:keywords>Nanopartikel, Forschung, Nanomed, Dagmar Fischer</itunes:keywords>
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   <title>Studiogast: Joachim Winter</title>
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   <description>vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
DW-TV: Weniger Energieverbrauch durch eine bessere Form und Geschwindigkeitsanpassung, das gilt im Prinzip für alles, was von A nach B fährt, besonders wenn es schwer beladen ist wie der Güterverkehr. Joachim Winter ist Experte für Fahrzeugkonzepte beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Herr Winter, für Züge gilt ja im Prinzip das Gleiche wie für Schiffe – auf die Form kommt es an.


Joachim Winter: Ja, das ist richtig, die Formgebung bei Zügen hat nur etwas andere Gründe. Das Vorderteil am Zug, Nase genannt ist so geformt, um die Luftverdrängung bei der Tunneleinfahrt so zu gestalten, dass kein Überschallknall am Tunnelausgang entsteht. Und der Nachlauf wird aerodynamisch in die Gesamtform des Zuges eingebracht.


DW-TV: Wie bekommt man einen Güterzug, einen sperrigen Güterzug, so windschnittig?


Joachim Winter: Einen sperrigen Güterzug können sie nur so windschnittig bekommen, indem sie die Einzelwagons verkleiden und auch die Wagonübergänge. Das ist auch hier ein Thema, weil sie sonst nicht nur Luftverwirbelungen erzeugen, sondern auch Geräusche.


DW-TV: Jeder Schlitz macht die Fahrt schlechter?


Joachim Winter: Ja genau, jede Unebenheit auf der Oberfläche führt zu zusätzlichem Widerstand und hörbaren Geräuschen.


DW-TV: Sie setzen ja nicht nur auf Form. Was ist denn noch wichtig?


Joachim Winter: Wichtig ist hier zum Beispiel der verteilte Antrieb, dass wir hier entsprechend beschleunigen und bremsen können. Wir steigen auf zwei Ebenen ein, so dass die Fahrgäste einen höheren Komfort beim Aufsuchen der Züge haben.


DW-TV: Ein doppelstöckiger Zug, der dann auch sehr hoch wird. Aber was ist wichtig, um Zug fahren so effizient wie möglich zu machen?



Joachim Winter: Um es so effizient wie möglich zu machen, muss über Fahrplan und Verkehrssystem alles angepasst werden, auch die Strecken. Und wir haben Fahrerassistenzsysteme, die dafür sorgen, dass die Züge möglichst wenig beschleunigen, weder zu viel Fahrt aufnehmen noch alles rausbremsen müssen. Und wir rekuperieren, was an Bremsenergie frei wird.

DW-TV: Das heißt? 
Joachim Winter: Wir speisen die Energie - soweit es geht - zurück ins Netz, oder verbrauchen sie an Bord. 
 DW-TV: Das klingt alles wunderbar in Ländern, wo das Schienensystem tiptop ist. Was machen die Anderen? Und wer soll sich das überhaupt leisten können? 
 Joachim Winter: Diese Systeme im Hochgeschwindigkeitsbereich können sich nur Länder leisten, die entsprechend Mittel und auch Bedarf auf Grund des Fahrgastpotentials haben. 
 DW-TV: Einerseits heißt es ja, weniger Geschwindigkeit ist gut für die Umwelt, andererseits wird auf Hochgeschwindigkeit gesetzt. Wie passt das zusammen? 
 Joachim Winter: Die Aufgabe von Hochgeschwindigkeitszügen wäre, insbesondere in Europa, einen innereuropäischen Flugverkehr zu ersetzen. 

DW-TV: Wenn wir über Energieeinsparungen reden – was glauben sie - wo ist die Grenze? Wie weit kann man gehen? Was kann man überhaupt einsparen? 
 Joachim Winter: Man kann soviel Energie einsparen, dass man nur noch die Energie für die Widerstandsüberwindung braucht, sowohl für den Rollwiderstand, wie auch den Querschnittswiderstand gegenüber der Luftsäule. 
 DW-TV: Das ist ein bisschen technisch. 
Joachim Winter: Ja. Anders gesagt, man braucht eine Mindestenergie, um die Widerstände des jeweiligen Fahrzeuges zu überwinden. Das ist beim Schiff natürlich anders als beim Maschinenfahrzeug. DW-TV: Wenn man den Zugspezialisten fragt, was das effizienteste, das umweltfreundlichste Verkehrsmittel ist, ist die Antwort wahrscheinlich ziemlich klar, oder? Der Zug! Welches Verkehrsmittel nehmen sie hauptsächlich? 
Joachim Winter: Wir fahren hauptsächlich Zug. 





Interview: Daniela Levy</description>
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   <title>Kluge Köpfe - Mario D&#039;Amore,  Planetenforscher</title>
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   <description>Unter dem Titel &quot;Kluge Köpfe&quot; stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen.Schon als Kind faszinierten Mario D&#039;Amore ferne Welten wie der Mars. Heute arbeitet der Italiener am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Berlin. In einem Speziallabor untersucht er Proben unterschiedlicher Gesteinsarten. Mit den so gewonnenen Informationen lässt sich die chemische Zusammensetzung von anderen Planeten wie Mars oder Merkur entschlüsseln. In seiner Freizeit tüftelt der 34-Jährige an elektronischen Bauteilen. Sein Traum: Forschungsinstrumente für Weltraummissionen entwickeln.</description>
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   <pubDate>Sun, 11 Sep 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Kluge Köpfe - Rajkumar Thummer, Life &amp; Brain Center,  Universität Bonn</title>
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   <description>Unter dem Titel &quot;Kluge Köpfe&quot; stellt PROJEKT ZUKUNFT junge Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt vor, die in Deutschland leben und forschen.Rajkumar Thummer forscht am Life and Brain Center der Universität Bonn, einem der führenden Institute in Deutschland, wenn es um Stammzellforschung geht. Der 30-jährige Inder arbeitet daran, Körperzellen in Stammzellen zurück zu verwandeln. Mit Stammzellen wollen Wissenschaftler in Zukunft einmal Krankheiten wie Alzheimer behandeln. Wenn das mit Stammzellen aus Körperzellen funktionieren würde, könnten Probleme wie zum Beispiel Abstoßungsreaktionen beim Patienten zur Vergangenheit gehören.</description>
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   <itunes:keywords>Forscher, Wissenschaftler, Visionär</itunes:keywords>
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   <pubDate>Sun, 4 Sep 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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   <title>Studiogast: Professor Klaus Töpfer</title>
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   <description>Zu Gast im Studi ist Professor Klaus Töpfer, Gründungsdirektor des IASS in Potsdam, einer Denkfabrik für Klimaforschung und Nachhaltigkeit, Vizepräsident der Welthungerhilfe und ehemaliger Chef des Umweltprogramms der Vereinten Nationen in Nairobi.DW-TV: Herr Töpfer, glauben Sie, dass man mit Wissenschaft Dürre-Katastrophen verhindern kann?


Klaus Töpfer: Man muss Wissenschaft intensiv mit einbinden, aber es gehört mehr dazu.


DW-TV: Nämlich?


Klaus Töpfer: Wir müssen die Wissenschaft zu den Handlungsabläufen bringen. Wir brauchen Politik dazu, wir brauchen die Menschen dazu. Also, ein ganz wichtiger Beitrag muss von der Wissenschaft geleistet werden, aber es muss dann noch vieles dazukommen.


DW-TV: Es gibt ja wirklich so viel Forschung, es gibt so viele kluge Ideen. Wird das denn umgesetzt?



Klaus Töpfer: Mehr und mehr kommt die Welt gar nicht daran vorbei, wissenschaftliche Ergebnisse zu nutzen. Als ich geboren wurde, hatte die Welt 2,7 Milliarden Bewohner, jetzt haben wir 7 Milliarden und im Jahre 2050, da sind meine Enkelkinder noch nicht einmal 50 Jahre alt, werden es 9 Milliarden sein und es geht auf 10 Milliarden. Die Wassermenge wird sich nicht wesentlich verändern, also müssen wir neue Möglichkeiten nutzen: Wissenschaftliche Erkenntnisse der Kreislaufführung von Wasser und eine deutliche Verbesserung der Wirkungseffizienz. Die Frage also ist: Wie kann man aus einem Tropfen Wasser mehr herausholen als jetzt. Das sind Herausforderungen.


DW-TV: Und wie kann man?


Klaus Töpfer: Nehmen Sie ein konkretes Beispiel: 70 bis 75% des Süßwassers, das auf der Erde da ist, wird in der Landwirtschaft verwendet. Also muss man sich fragen, wie kann man Bewässerungssysteme effizienter gestalten? Da gibt es etwa die Möglichkeit, dass man – was gar keine spektakuläre Vision ist - kleine Löcher in Schläuche macht. Das nennt man dann Tröpfchenberegnung, so bringt man das Wasser direkt an die Wurzel der Pflanze. Damit bekommen wir einen deutlichen Zuwachs an Ertrag pro Tropfen Wasser. Heute gehen wir schon hin und machen das unter der Erde, so dass die Verdunstung vermindert wird. Das kostet natürlich Geld. Aber das muss gemacht werden.


DW-TV: Effizienz ist die eine Seite, nachhaltiges Abwassermanagement die andere. Aber es gibt ja noch eine Richtung. Es gibt die Forschung zu trockenresistenten und schädlingsresistenten Pflanzen. Was halten Sie davon?


Klaus Töpfer: Ich glaube wir sind weltweit in einer Situation, die es nicht erlaubt, dass wir eine Option von vornherein ausschließen. Und dass wir Forschung gemacht haben, um Anpassungsprozesse zu ermöglichen und zu beschleunigen, ist ja nichts Neues. Das ist immer schon gemacht worden. Mendel ist ja nun hinreichend bekannt und man hat durch &quot;Ausmendlungen&quot; solche Pflanzensorten gezüchtet, die besonders wenig Wasser brauchen. Aber man muss natürlich wiederum sehen: Welche Pflanzen kann man in solchen Gebieten anbauen? An vielen Stellen exportieren wir gerade aus wasserarmen Gebieten Wasser in den Produkten, in den Zitrusfrüchten, in den Tomaten. Zum anderen importieren wir Wasser durch und für Tourismus. Tourismus ist eine extrem wasserintensive Industrie. Fragen Sie mal, was so ein Golfplatz an Wasser braucht, dann wissen Sie, dass wir an vielen Stellen - und Tourismus ist für uns ein Import- sehr viel Wasser auch in dieser Form importieren. Es geht also schon darum, dass wir fragen, welche Arten sind besonders trockenresistent? Aber genauso wichtig ist, dass wir uns fragen: Welche Nutzung von Wasser ist in welchen Gebieten verantwortbar und nachhaltig.


DW-TV: Kann Ihrer Erfahrung nach Wissenschaft überhaupt helfen, wenn sich politische Rahmenbedingungen nicht ändern?


Klaus Töpfer: Ich habe ja am Anfang gesagt, Wissenschaft ist zwingend notwendig, aber Wissenschaft allein reicht nicht aus. Da ist Politik und da ist persönliches Verhalten. Wir sagen immer: Wasser ist nicht eine Mengenkrise, sondern eine Investitionskrise und eine politische Organisationskrise. Wenn Sie das zusammenbringen, dann haben Sie auch Antworten auf die Probleme, die wir zu lösen haben.


(Interview: Daniela Levy)</description>
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   <itunes:keywords>Interview, Klaus Töpfer, Wasser, Dürre</itunes:keywords>
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   <title>Studiogast: Prof. Werner Daum</title>
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   <description>Zu Gast im Studio ist Prof. Werner Daum von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, BAM</description>
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   <pubDate>Sun, 28 Aug 2011 21:30:00 GMT</pubDate>
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