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 <title><![CDATA[Deutsch im Fokus | Deutsch lernen | Deutsche Welle]]></title>
 <subtitle><![CDATA[Humorvolle und präzise Betrachtungen zum Lebensalltag und zur Sprache in Deutschland]]></subtitle>
 <updated>2012-02-14T21:33:32Z</updated>
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  <name>DW-WORLD.DE, Deutsche Welle</name>
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  <title><![CDATA[Karnevalswagen-Künstler]]></title>
  <updated>2012-02-14T09:59:00Z</updated>
  <published>2012-02-14T09:59:00Z</published>
  <rights>2012 DW-WORLD.DE, Deutsche Welle</rights>
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  <summary><![CDATA[Sie sind der Schmuck eines jeden Karnevalszuges: die Wagen mit den großen Pappmachéfiguren, die sich über Ereignisse, die die Menschen bewegen, lustig machen. Wagenbauer – wie Jacques Tilly – sind wahre Künstler.]]></summary>
  <content type="html"><![CDATA[<p>
	<strong>Sprecherin:</strong></p>
<p>
	Mit einem schelmischen Lächeln läuft Jacques Tilly durch die Wagenbauhalle und wirft einen prüfenden Blick auf die kleineren Wagen, die noch nach frischer Farbe duften. Eine singende Aubergine am Mikrofon oder rosarote Löwen neben einer Torte – die meisten dieser Motive wirken so unpolitisch wie ein Kindergeburtstag. Besonders interessant sind nämlich gerade die politischen Motivwagen. Bei denen muss manchmal noch schnell auf ein politisches Ereignis reagiert werden – wie 2011, als der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wegen eines Plagiatsskandals zurücktreten musste. Diese Wagen stehen im nicht-öffentlichen Teil der Wagenbauhalle in Düsseldorf. Hinter verschlossenen Türen – wohlbehütet wie ein Staatsgeheimnis – entstehen dort Tillys Karikaturen auf Rädern. Wie er mit <strong>heißen politischen Kandidaten</strong>, also mit Politikern, über die in der Öffentlichkeit viel gesprochen wird, umgeht, möchte der Karnevalskünstler kurz vor dem Karnevalsumzug noch nicht verraten:</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Jacques Tilly:</strong></p>
<p>
	"Dass natürlich so 'n paar <strong>heiße politische Kandidaten</strong> wahrscheinlich Rosenmontag auf den Straßen gesichtet werden können – davon kann man ja ausgehen. Ich meine, wenn wir dazu keinen Wagen machen würden, würden wir uns blamieren! Natürlich müssen wir das kommentieren. Aber zu den andern Dingen, da sag ich also gar nichts. Lassen wir uns alle überraschen!"</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Sprecherin:</strong></p>
<p>
	Für Überraschungen können Jacques Tilly und sein Team bis zur letzten Sekunde sorgen. Sie seien es den Narren schuldig, nur aktuelle Themen zu behandeln. Kalter Kaffee von gestern interessiere nicht. Wenn also einen Tag vor dem großen Rosenmontagszug eine brisante Nachricht die Öffentlichkeit erreicht, kann sie der Künstler innerhalb einer einzigen Nacht als provozierende Großplastik auf Rädern verarbeiten. Seinen ersten Wagen baute Jacques Tilly 1983. Damals finanzierte er sich mit dieser ungewöhnlichen Kunstform sein Kommunikationsdesign-Studium in Essen. Doch in den 1980er und 1990er Jahren hatte er oft riesigen Ärger mit den Wagen, weil sie schon vor dem Rosenmontagszug in der Presse vorgestellt werden durften. Manchmal musste der Künstler dann besonders provozierende Wagen im letzten Moment noch umbauen – zum Beispiel eine Figur, die den früheren Bundeskanzler Helmut Kohl als nackten Urwaldindianer darstellte. Also zog das Düsseldorfer Karnevalskomitee im Jahr 2000 die Notbremse: Jetzt sind die Wagen bis zum Rosenmontagszug geheim. Doch danach bekommt Jacques Tilly oft bitterböse Post von Menschen, die seine Satire als unanständig empfinden. Manche drohen gar mit dem Rechtsanwalt.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Jacques Tilly:</strong></p>
<p>
	"Ich hab' sehr viel Klage-Androhungen bekommen – nach dem Motto 'Wir zeigen sie an!', aber da ist noch nie etwas <strong>eingeflattert</strong>, 'n Brief in mein Haus, weil die Gerichte in Deutschland die Narrenfreiheit, beziehungsweise die Meinungsfreiheit, also die künstlerische Freiheit, sehr sehr <strong>hoch hängen</strong>. Das wissen auch die Rechtsanwälte. Haben alle <strong>abgewunken</strong>. Da is' nichts zu machen!"</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Sprecherin:</strong></p>
<p>
	Jacques Tilly hat zwar Klagedrohungen bekommen, aber entsprechende Schreiben von Rechtsanwälten hat er noch nie erhalten. Die sind ihm nicht ins Haus <strong>geflattert</strong>. Denn die Anwälte <strong>winken</strong> direkt <strong>ab</strong>. Sie nehmen solche Fälle nicht an, weil die deutschen Gerichte die künstlerische Freiheit – besonders zu Karneval – sehr wichtig nehmen, sie sehr <strong>hoch hängen</strong>. Zu dieser Narrenfreiheit gehörte es auch, dass Jacques Tilly eine Figur von Kanzlerin Angela Merkel aus dem Hintern von "Uncle Sam" hat herauskriechen lassen. Der Satiriker hat sich mit seinen Wagen über islamistische Selbstmordattentäter lustig gemacht und hohe Würdenträger der katholischen Kirche als Hexenverbrenner oder Antisemiten dargestellt. Religionen <strong>nimmt</strong> er genauso <strong>aufs Korn</strong> wie aktuelle politische Ereignisse:</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Jacques Tilly:</strong></p>
<p>
	"Religiöse Gefühle gelten ja immer als besonders schützenswert und das sehe ich einfach nicht ein! Alle menschlichen Gefühle sind schützenswert und man kann nicht eine Form von menschlichen Gefühlen <strong>unter Artenschutz stellen</strong> und sagen 'Hier is' tabu, hier darf man nichts zu sagen!' Selbstverständlich müssen religiöse Gefühle auch verspottet werden dürfen, denn sie richten ja wohl oft genug großen Schaden an, also Stichwort <strong>Karikaturenstreit</strong>."</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Sprecherin:</strong></p>
<p>
	Als 2006 die <strong>Karikaturen</strong> des islamischen Propheten Mohammed in einer dänischen Zeitung zu Protesten und Gewalt in einigen muslimischen Ländern führten, bezog Jacques Tilly eindeutig Stellung für die Freiheit des Wortes und des Bildes – unter anderem durch einen Karnevalswagen, in dem ein schwarzer Sarg mit der Aufschrift "Meinungsfreiheit" von zwei Figuren getragen wird. Tilly findet, dass religiöse Gefühle nicht <strong>unter Artenschutz</strong> <strong>gestellt</strong> werden dürfen, wie Tiere, die vom Aussterben bedroht sind. Die einzigen Grenzen, die für Tilly gelten, sind seine eigenen Vorstellungen von Moral. Sich zum Beispiel über die Opfer von Terroranschlägen lustig zu machen, kommt für ihn nicht in Frage. Ganz anders sieht es bei den Tätern aus: Da kennt er keine Grenzen. Über sie <strong>schüttet</strong> er <strong>bis zum</strong> <strong>Geht-nicht-mehr</strong> seinen <strong>Spott</strong> <strong>aus</strong>.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Jacques Tilly:</strong></p>
<p>
	"Es gibt Dinge, die würde ich selbstverständlich nie machen, beispielsweise Spott mit Opfern. Die Täter müssen natürlich schon dran glauben, also die werden <strong>mit Spott überschüttet</strong> <strong>bis zum</strong> <strong>Geht-nicht-mehr</strong>. Aber man muss aufpassen, dass man die Opfer nicht gleichzeitig mitverspottet – etwa von Terroranschlägen."</p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Sprecherin:</strong></p>
<p>
	Einigen gesellschaftlichen Opfern haben Tillys Provokationen, bei denen er die Politik <strong>aufs Korn nimmt</strong>, schon geholfen. Einmal zeigte er auf einem Wagen den damaligen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers, beim Zerstören eines Cellos. Das Instrument gehörte einem Musiker, der sich für Obdachlose einsetzte – also war der Wagen eine harte Kritik an der Entscheidung von Jürgen Rüttgers, bei der Obdachlosenhilfe riesige Summen zu streichen.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Jacques Tilly:</strong></p>
<p>
	"Rüttgers hat diesen Wagen gesehen und am Aschermittwoch war das Geld zurückerstattet! Also es war das erste Mal, dass ein Karnevalswagen nicht nur Politik <strong>aufs Korn genommen</strong> hat, sondern tatsächlich Politik gemacht hat – aber das wird wohl 'ne Ausnahme bleiben."</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Sprecherin:</strong></p>
<p>
	Alle Jahre wieder muss sich der Künstler von seinen Karnevalswagen verabschieden. Nachdem die dreidimensionalen Karikaturen durch die Stadt gerollt sind, wandern sie tags darauf in den Schredder und werden zerstört. Oft bleiben dann nur die Fotos auf den Titelseiten der Zeitungen.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Musik:</strong></p>
<p>
	"Am Aschermittwoch ist alles vorbei, die Schwüre von Treue, sie brechen entzwei…"</p>
<p>
	<br />
	<br />
	<br />
	 </p>
<p>
	<strong>Fragen zum Text</strong></p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Ist etwas nicht mehr aktuell, spricht man von …</strong></p>
<p>
	1. heißen Kartoffeln.</p>
<p>
	2. sauren Äpfeln.</p>
<p>
	3. kaltem Kaffee.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Will jemand etwas nicht machen, dann hat jemand …</strong></p>
<p>
	1. abgewunken.</p>
<p>
	2. abgewinkt.</p>
<p>
	3. abgewunkt.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Macht man etwas bis zum Geht-nicht-mehr, dann …</strong></p>
<p>
	1. macht man es immer und immer wieder bis zum Schluss.</p>
<p>
	2. hat man sein Ziel erreicht.</p>
<p>
	3. verlässt einen der Lebensmut.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Arbeitsauftrag</strong></p>
<p>
	Schauen Sie sich im Internet die Seite von Jacques Tilly zu seinen politischen Motivwagen an: http://www.sculpturepark.de/politwagen/politwagen.html. Suchen Sie sich ein Foto heraus. Verfassen Sie einen Text, in dem Sie ausführlich beschreiben, welches Ereignis der Düsseldorfer Wagenbauer karikiert.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	Autorinnen: Alexandra Scherle; Beatrice Warken</p>
<p>
	Redaktion: Shirin Kasraeian</p>
<p>
	 </p>
?maca=de-DKfeed_dif_de-2249-xml-atom]]></content>
  <category term="Alltagsdeutsch"/>
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  <title><![CDATA[Jammerlappen]]></title>
  <updated>2012-02-13T10:01:00Z</updated>
  <published>2012-02-13T10:01:00Z</published>
  <rights>2012 DW-WORLD.DE, Deutsche Welle</rights>
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  <summary><![CDATA[Der Jammerlappen ist ein empfindliches Gemüt. Was andere nicht beunruhigen kann, ist für ihn eine große Katastrophe.]]></summary>
  <category term="Wort der Woche"/>
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  <title><![CDATA[Wenn es dunkel wird]]></title>
  <updated>2012-02-08T11:05:00Z</updated>
  <published>2012-02-08T11:05:00Z</published>
  <rights>2012 DW-WORLD.DE, Deutsche Welle</rights>
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  <summary><![CDATA[Mienen verfinstern, Himmel verdunkeln sich. Dunklen Gestalten und finsteren Gesellen möchte man nicht in der Dunkelheit begegnen. Was aber unterscheidet die Dunkelheit von der Finsternis? Wir bringen Licht ins Dunkel …]]></summary>
  <content type="html"><![CDATA[<p>
	 </p>
<p>
	Es wird Nacht. <em>Dunkelheit bricht herein</em>. Es ist Winter und in dieser Jahreszeit <em>wird es</em> in Deutschland ziemlich <em>zeitig dunkel</em>. Nach und nach <em>verschluckt die Dunkelheit</em> alles. <em>Die Augen müssen sich an diese Dunkelheit</em> erst mal <em>gewöhnen</em>. Aber so richtig <em>finster</em> wird es heute nicht, denn der Vollmond steht wie eine Laterne am Himmel. Das unterscheidet die <em>Dunkelheit</em> von der <em>Finsternis</em>: Wenn es <em>finster</em> ist, <em>kann man</em> <em>die Hand vor Augen nicht sehen</em>. <em>Finsternis</em> ist dort, wo überhaupt kein Licht ist – und kein Schatten. Wenn es aber lediglich an Licht mangelt, dann spricht man von <em>Dunkelheit</em>.<br />
	<br />
	<strong>Wenn Sonne und Mond streiken …</strong><br />
	 Es ist also <em>dunkel</em>. Nicht <em>stockdunkel</em> oder <em>zappenduster</em> – denn das wäre ja <em>finster</em> – sondern eher <em>halbdunkel</em>. Zufälligerweise ist aber genau heute, genau in dieser Nacht kein Verlass auf unsere einzige Lichtquelle – den Mond. In der Zeitung steht, dass uns heute eine <em>Mondfinsternis</em> erwartet. Eine <em>Mondfinsternis</em> ist ein astronomisches Phänomen, bei dem der Mond in den Schatten der Erde gerät, sodass er das Licht der Sonne nicht mehr reflektieren kann. Dann <em>verfinstert</em> sich der Himmel und <em>es wird düster wie in einem Bärenarsch</em>.<br />
	<br />
	Was der Mond kann, kann die Sonne jedoch schon lange. Eine <em>Sonnenfinsternis</em> ist um Einiges spektakulärer als eine <em>Mondfinsternis</em>, besonders wenn es sich um <em>eine totale Sonnenfinsternis</em> handelt. Dann schiebt sich der Mond zwischen Sonne und Erde und es wird zwar nicht <em>finster</em>, aber <em>dunkel</em>. Wie bei einem Stromausfall <em>sitzt man dann im Dunkeln</em>.<br />
	<br />
	<strong>Dunkle Farben, dunkle Klänge</strong><br />
	 Für die <em>Dunkelheit</em> sind aber nicht nur der Mond oder die Sonne verantwortlich. Manchmal bezeichnet man etwas als <em>dunkel</em>, auch wenn es draußen taghell ist. Es gibt zum Beispiel <em>dunkle</em> oder helle <em>Farben</em>. Ich habe zwar noch keine <em>dunkle Ahnung,</em> was ich morgen anziehe, aber es wird höchstwahrscheinlich auf eine <em>dunkelblaue</em> Hose und einen <em>dunkelgrünen</em> Pullover hinauslaufen. Farben können <em>dunkel</em> sein, aber nicht <em>finster</em>.<br />
	<br />
	Auch Klänge können <em>dunkel</em> sein. Meine Frau hat eine <em>dunkle Stimme</em>. Bei ihr klingen die <em>dunklen Vokale</em> U und O besonders <em>dunkel</em>. Mich fasziniert auch der <em>dunkle Klang</em> von Beethovens Mondscheinsonate.Die hat er definitiv nachts, in der <em>Dunkelheit </em>geschrieben.<br />
	<br />
	<strong>Die dunkle Seite der Dunkelheit</strong><br />
	<em> <em>Dunkelheit </em>und <em>Finsternis</em> sind meist mit etwas Negativem verbunden. Oft werden sie auch gleichgesetzt mit dem Bösen schlechthin – dem Teufel. Er wird auch als <em>Herr der Finsternis</em> bezeichnet. Er herrscht über die Hölle – das <em>Reich der Finsternis</em>. </em>Die <em>Dunkelheit</em> ist also kein einfaches Pflaster – überall lauern Gefahren. Kein Wunder, dass Kinder oft <em>Angst im Dunkeln haben</em>. Manchmal ist es aber auch nicht möglich, <em>sich im Dunkeln zurechtzufinden</em>, weil man nichts erkennt. Im übertragenen Sinne <em>tappt man im Dunkeln</em>, wenn man von einer Sache keine Ahnung hat. Selbst die besten Statistiken können in diesem Fall kein <em>Licht ins Dunkel</em> bringen, denn es gibt immer eine <em>Dunkelziffer</em>. Das ist zum Beispiel die Zahl der Verbrechen, die nicht offiziell gemeldet wurden.<br />
	<br />
	<strong>Finsterlinge und Dunkelmänner</strong><br />
	 Dunkelheit kostet oft Nerven und verursacht – eine <em>dunkle Miene</em>. Wenn jemand schlechte Laune hat, kann man es ihm an seinem <em>finsteren Blick</em> ansehen. Den hat man, wenn man <em>finstere Zeiten</em> durchlebt. Doch auch in seiner <em>dunkelsten Stunde</em> sollte man nie seinen Lebensmut verlieren.<br />
	<br />
	Sonst wird man irgendwann zu einem <em>Finsterling</em>, einem grimmigen Menschen. Schlimmer als <em>Finsterlinge</em> sind übrigens <em>Dunkelmänner</em>. Sie arbeiten im Verborgenen und manipulieren beispielsweise Politiker.<br />
	<br />
	<strong>Die helle Seite der Dunkelheit</strong><br />
	 <em>Wo Licht ist, ist auch Schatten</em>– und umgekehrt. <em>Dunkelheit</em> ist also nicht per se etwas Negatives. <em>Dunkelheit </em>hat nämlich auch praktische Seiten. Beispielsweise kann man die <em>Dunkelheit</em> einer <em>Dunkelkammer</em> dafür nutzen, um wunderschöne Fotos zu entwickeln. <em>Dunkelheit</em> sorgt auch dafür, dass man unerkannt bleibt. <em>Nachts sind</em> ja bekanntlich <em>alle Katzen grau</em>. Deswegen <em>ist im Dunkeln gut Munkeln</em>. Da man in der <em>Dunkelheit</em> nicht gesehen wird, kann man im <em>Dunkeln</em> wunderbar Geheimnisse austauschen. Oder sich von seiner romantischen Seite zeigen – zum <em>dunklen Klang</em> der Mondscheinsonate…</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<br />
	<strong>Fragen zum Text</strong><br />
	<br />
	<strong>Der Herr der Finsternis ist …</strong><br />
	1. ein Nachtwächter.<br />
	2. ein Vampir.<br />
	3. der Teufel.<br />
	<br />
	<strong>In einer Dunkelkammer …</strong><br />
	1. werden Fotos entwickelt.<br />
	2. wird geschlafen.<br />
	3. werden Dinge abgestellt, die man nicht oft benötigt.<br />
	<br />
	<strong><em>Im Dunkeln ist gut Munkeln</em></strong><strong>bedeutet, dass … </strong><br />
	1. man im Dunkeln besonders gut schlafen kann.<br />
	2. sich die Dunkelheit besonders gut für heimliche Gespräche oder Liebeleien eignet.<br />
	3. man in der Dunkelheit keine Angst haben muss.<br />
	<br />
	<br />
	<strong>Arbeitsauftrag</strong><br />
	Finden Sie heraus, was ein <em>Dunkelrestaurant</em> ist! Schreiben Sie einen Text darüber, wie Sie sich ein Abendessen in solch einem Restaurant vorstellen. Wären Sie gerne einmal Gast in einem Dunkelrestaurant? Könnten Sie das Essen genießen, obwohl Sie nicht sehen, was Sie essen?</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<em>Autor: Felix Forberg</em><br />
	<em>Redaktion: Beatrice Warken</em></p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>]]></content>
  <category term="Sprachbar"/>
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  <title><![CDATA[Beruf Fotograf]]></title>
  <updated>2012-02-07T10:40:00Z</updated>
  <published>2012-02-07T10:40:00Z</published>
  <rights>2012 DW-WORLD.DE, Deutsche Welle</rights>
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  <summary><![CDATA[Früher ist man fürs Familienfoto zum Fotografen gegangen. Heute kann jeder dieses Foto mit einem eigenen Fotoapparat machen. Profi-Fotografen haben aber weiter gut zu tun, wie ein Beispiel aus Düsseldorf zeigt.]]></summary>
  <content type="html"><![CDATA[<p>
	<strong>Sprecher:</strong><br />
	Seit den 1990er Jahren arbeitet Alexander Vejnovic als freiberuflicher Fotograf. Für Modefotos ist er in der ganzen Welt unterwegs. Am liebsten hat er jedoch ganz normale Menschen vor der Linse: diejenigen, die Bewerbungs- oder Hochzeitsfotos wollen, Schwangere oder junge Eltern, die ihr Baby ablichten lassen wollen. Vejnovic ist gefragt, über mangelnde Aufträge kann er sich nicht beschweren. Er besitzt ein voll ausgestattetes Fotostudio in Düsseldorf. Die Ausrüstung, das Equipment, hat er sich nach und nach angeschafft.<br />
	<br />
	<strong>Alexander Vejnovic:</strong><br />
	"Gut, das ist hier der Arbeitsplatz, wo dann die Leute die Bilder angucken, wo natürlich eben auch 'n bisschen Bildbearbeitung stattfindet. Dann haben wir hier das Fotostudio, hier ist der Schminkplatz, wo dann die <strong>Visagistin</strong>, wenn <strong>dazugebucht</strong>, die Leute schminkt, das heißt nicht nur schminkt, also auch Haare macht – was zum Teil viel, viel wichtiger ist."<br />
	<br />
	<strong>Sprecher:</strong><br />
	Vejnovic hat einen voll eingerichteten Arbeitsplatz. Wer allerdings professionell geschminkt und frisiert werden will, muss eine <strong>Visagistin</strong> <strong>dazubuchen</strong>. Sie wird extra bezahlt. Aber besteht wirklich so ein großer Unterschied zwischen den Bildern des Profis und denen eines Hobbyfotografen? Vejnovic erinnert sich an seine Ausbildungszeit. Er war bei einem Modeshooting in Spanien als Assistent dabei. Der Fotograf hatte wenig Zeit und musste schon bald zum Flughafen. Da kam Vejnovic auf eine Idee.<br />
	<br />
	<strong>Alexander Vejnovic:</strong><br />
	"Ich stand dann also mit den Fotomodellen und mit dem ganzen Fototeam noch <strong>am</strong> <strong>Set</strong> und dachte mir mal 'Okay, was der kann, kann ich jetzt auch!', hab' mir die Kamera <strong>geschnappt</strong> und versucht, genau das gleiche Fotomodell unter den gleichen Lichtverhältnissen zu fotografieren – und es kamen wirklich katastrophale Ergebnisse raus. Also es macht nicht nur die Technik, sondern es macht eben auch einfach der Blick fürs Foto den Fotografen aus."<br />
	<br />
	<strong>Sprecher:</strong><br />
	Also: Übung macht den Meister. Es nützt nichts, sich als Anfänger am <strong>Set</strong>, beim Fotoshooting von Models, eine Kamera zu <strong>schnappen</strong>, zu nehmen, und drauflos zu fotografieren. Man muss Erfahrung und einen guten Blick für das richtige Motiv haben, der Blick muss <strong>geschult</strong> sein. Diesen besonderen Blick sollte ein Fotograf vor 60 Jahren aber auch schon gehabt haben. Der einzige Unterschied zu heute war: nur er verfügte über die entsprechende technische Ausrüstung. Heute kann jeder, der es sich leisten kann, eine sehr gute Kamera kaufen. Diese Fotoapparate sind technisch leicht zu handhaben, sie sind <strong>bedienbar</strong>. Und wer braucht noch eine Dunkelkammer, um Fotos zu entwickeln – es gibt ja die Digitalfotografie und Bildbearbeitungsprogramme. Viele Laien, <strong>Amateure</strong>, sind inzwischen technisch so gut ausgerüstet wie Profis. Ernste Konkurrenz machen sie den richtigen Fotografen trotzdem nicht, sagt Jörg Winde, Professor für Fotodesign an der Fachhochschule Dortmund.<br />
	<br />
	<strong>Jörg Winde:</strong><br />
	"Also im Prinzip werden die Bilder ja nicht wirklich besser. Die werden technisch besser und die Technik ist natürlich <strong>bedienbarer</strong> und leichter geworden. Aber die Bilder bestehen ja nicht nur aus der Technik, sondern die Bilder sind ja eigentlich Ideen. Oder auf der anderen Seite etwas, was man gesehen hat. Und das Sehen ist 'ne <strong>Schulung</strong>. Also man braucht viele Jahre – und ich erkenne das auch immer bei den Studierenden –, viele Jahre, bis man wirklich sieht, bis man Dinge sieht, die normale Menschen, auch fortgeschrittene <strong>Amateure</strong>, einfach nicht sehen."<br />
	<br />
	<strong>Sprecher:</strong><br />
	Trotzdem haben es Fotografen heutzutage nicht leicht, sagt Winde. Das liege vor allem an der großen Konkurrenz. Der Beruf sei in den letzten 20 Jahren immer begehrter geworden. Fast 300 Bewerber machen im Schnitt pro Jahr die Eignungsprüfung für das Fotografiestudium an der Fachhochschule Dortmund. Etwa ein Fünftel von ihnen wird angenommen. An anderen Hochschulen sehe es nicht anders aus, so Winde. Von der Vielzahl an gelernten und studierten Fotografen kann nur ein Teil seinen Traumberuf ausüben. Der Markt ist so eng, dass <strong>keine</strong> <strong>Luft, </strong>kein Platz vorhanden ist für Neuankömmlinge.<br />
	<br />
	<strong>Jörg Winde:</strong><br />
	"Der ganze <strong>abbildende</strong> Bereich der Fotografie, der kann von anspruchsvollen Amateuren oder von handwerklich arbeitenden Fotografen gut abgedeckt werden. Und da ist <strong>keine Luft</strong> und kein Platz mehr für Fotodesigner, für Fotokünstler. Das ist richtig, das ist klar und das macht unseren Absolventen auch ganz klar Probleme."<br />
	<br />
	<strong>Sprecher:</strong><br />
	Wer auf dem Markt bestehen will, muss Bilder mit Aussage machen. Denn alltägliche Fotos, die das Geschehen nur <strong>abbilden</strong>, kann jeder anspruchsvolle Amateur mit einem guten Blick machen. Die Nachfrage nach guten Fotos ist groß, etwa  für Firmenwebsites oder Magazine. Alexander Vejnovic hat sich darauf spezialisiert, Menschen zu fotografieren und ist erfolgreich damit. Er will, dass sich die Menschen in seinen Fotos wieder erkennen und versucht, sie die Kamera vergessen zu lassen. So können authentische Bilder entstehen – eine aufwändige Nachbearbeitung ist dann nicht mehr nötig, sagt Vejnovic.<br />
	<br />
	<strong>Alexander Vejnovic:</strong><br />
	"Also ich finde es okay, Kleinigkeiten im Gesicht zu verändern, wenn eben ein kleiner Mitesser oder Pickel da ist. Ansonsten wird <strong>Fotoretusche</strong> auch oftmals angewendet, um aus 'nem schlechten Foto ein gutes Foto zu machen. Aber das funktioniert eigentlich nicht. Also ein gutes Foto muss mich <strong>ansprechen</strong>, da muss der Blick stimmen. Und wenn das nicht gegeben ist, dann kann ich mit Nachbearbeitung eigentlich das auch nicht mehr hineinzaubern."<br />
	<br />
	<strong>Sprecher:</strong><br />
	Der Fotograf aus Düsseldorf lehnt es ab, seine Bilder in großem Stil zu <strong>retuschieren</strong>, zu bearbeiten, wie es oft auf den Deckblättern der Zeitschriften zu sehen ist. Sein Motto: ein Foto muss den Betrachter auf Anhieb begeistern, es muss ihn <strong>ansprechen</strong>. Wenn das Foto jedoch nicht von sich aus den Betrachter anspreche, könne man das besondere Etwas hinterher nicht mehr künstlich hineinzaubern. Hier sieht Vejnovic eine positive Entwicklung im Fotogeschäft: Seiner Meinung nach haben die Menschen genug von Bildern, die so bearbeitet sind, dass sie künstlich wirken. Also: Fotografen wird es glücklicherweise auch weiterhin geben – auf den Auslöser drücken reicht nämlich nicht.<br />
	<br />
	<br />
	<br />
	<strong>Fragen zum Text</strong><br />
	<br />
	<strong>Jemand, der noch eine Extra-Leistung haben möchte, der … </strong><br />
	1.  bucht etwas ab.<br />
	2.  bucht etwas an.<br />
	3.  bucht etwas dazu.<br />
	<br />
	<strong>Ein Dieb nimmt eine Geldbörse und läuft davon. Er hat sie sich …</strong><br />
	1.  geschnappt.<br />
	2.  gefilzt.<br />
	3.  gestohlen.<br />
	<br />
	<strong>Sieht ein Sohn aus wie sein Vater, dann ist er dessen …</strong><br />
	1.  Vorbild.<br />
	2.  Abziehbild.<br />
	3.  Abbild.<br />
	<br />
	<br />
	<strong>Arbeitsauftrag</strong><br />
	 Schauen Sie sich das Foto an. Stellen Sie sich vor, was der/die Autor/in des Briefes geschrieben haben könnte. Verfassen Sie einen eigenen kurzen Brief.<br />
	<br />
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	Autorin: Sola Hülsewig; Beatrice Warken<br />
	Redaktion: Raphaela Häuser</p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>]]></content>
  <category term="Alltagsdeutsch"/>
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  <title><![CDATA[Dunkelziffer]]></title>
  <updated>2012-02-06T10:06:00Z</updated>
  <published>2012-02-06T10:06:00Z</published>
  <rights>2012 DW-WORLD.DE, Deutsche Welle</rights>
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  <summary><![CDATA[Niemand kennt die Dunkelziffer. Keiner weiß, wie hoch sie ist. Und niemand kann genau sagen, ob es überhaupt eine Dunkelziffer gibt.]]></summary>
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  <title><![CDATA[Humortraining]]></title>
  <updated>2012-01-31T09:02:00Z</updated>
  <published>2012-01-31T09:02:00Z</published>
  <rights>2012 DW-WORLD.DE, Deutsche Welle</rights>
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  <summary><![CDATA[Deutsche und Humor? Zwei Begriffe, die nicht unbedingt zueinander passen, am Arbeitsplatz schon mal gar nicht. Doch humorvolles Verhalten entspannt manche kritische Situation. Im Humortraining kann das gelernt werden.]]></summary>
  <content type="html"><![CDATA[<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Sprecherin:</strong></p>
<p>
	Deutsche gelten als arbeitsam, zuverlässig und fleißig, aber nicht unbedingt als humorvoll. So lautet zumindest das Vorurteil, das Klischee. Aber an einem Klischee haftet ja immer auch ein kleines bisschen Wahrheit. Das Vorurteil gegen die Deutschen soll sich ändern: Sie wollen lachen und das nicht nur in ihrer Freizeit, sondern auch an ihrem Arbeitsplatz – aber nicht allein, um ein bisschen mehr Spaß zu haben. Studien haben ergeben, dass humorvolle Mitarbeiter effizienter arbeiten, weil sie nicht alles auf die Waagschale legen und problematische Situationen leichter meistern. Daher schicken immer mehr Firmen ihre Mitarbeiter zu so genannten Humortrainings. Ein solches Training bietet das Deutsche Institut für Humor in Leipzig. Zum Auftakt eines Kurses dürfen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst auswählen, worüber sie lachen wollen.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>O-Ton: </strong></p>
<p>
	<strong> </strong>"Wir möchten jetzt von Ihnen eine kurze Einführung. Dürfen Sie sich aussuchen, ob sie 'ne <strong>Vorliebe</strong> nehmen oder 'ne <strong>Macke</strong>, weil ich bin so hektisch, dass schon Buddha angerufen hat, gesagt hat 'Mach mal langsam!'. Erst mal <strong>kreativen Müll produzieren</strong>."</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Sprecherin:</strong></p>
<p>
	Die Trainerin schlägt vor, dass sich jeder eine <strong>Vorliebe</strong> heraussucht, etwas was er oder sie besonders gerne mag, beziehungsweise eine <strong>Macke</strong>, eine Eigenart, die anderen etwas seltsam vorkommt. Und dann soll jeder loslegen und <strong>kreativen Müll produzieren</strong>, sich überlegen, wie er oder sie sich über sich selbst lustig machen könnte. Kaum gesagt, fangen die Teilnehmer auch schon an. Die beiden Trainerinnen geben eigene Beispiele. Sie agieren wie früher die Narren am Hofe von Fürsten und Königen.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>O-Ton Trainerin:</strong></p>
<p>
	"Wir führen uns als Trainer immer gern als '<strong>Hofnarren</strong>' ein, also weniger als Lehrer, sondern als zwei, die gut unterhalten, die inspirieren, die neugierig machen, die genauer draufgucken, ja die mal 'nen <strong>Spiegel vorhalten</strong>."</p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Sprecherin:</strong></p>
<p>
	Die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer lassen sich hier in entspannter Runde im kleinen Seminarraum eines Leipziger Hotels sehr gern einen <strong>Spiegel vorhalten</strong>. Wie verhält man sich eigentlich als Arzt, Pädagogin oder Abteilungsleiter eines Großunternehmens? Um das zu erfahren sind die meisten extra angereist vom Tegernsee, aus Bonn, Hamburg und Berlin. Zum Beispiel der 47jährige Ralf, der sich auf humorvolle Art so vorstellt:</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>O-Ton Ralf:</strong></p>
<p>
	"Projektmanager bei einem großen deutschen Unternehmen für <strong>individuelle Briefmarken</strong>."</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Sprecherin:</strong></p>
<p>
	<strong>Individuelle Briefmarken</strong>! Im Alltag scheint er ein lustiger Typ zu sein, dieser Ralf – denn er arbeitet bei der Deutschen Post, die unter anderem Briefmarken verkauft. Aber wie sieht es in seinem Berufsleben aus?</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>O-Ton Ralf:</strong></p>
<p>
	"Es ist mit Sicherheit da noch 'n hoher <strong>Optimierungsbedarf</strong>. Würd' ich jetzt nicht auf Briefmarkenunternehmen beziehen, sondern auf alle große Unternehmen: dass das alles sehr strukturiert abläuft, und dass an der ein oder anderen Stelle – glaub' ich – auch mit Humor Arbeitsergebnisse optimiert werden können, weil es einfach <strong>lockerer aus den Leuten raus</strong> <strong>kommt</strong>."</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Sprecherin:</strong></p>
<p>
	Ralf stellt fest, dass es nicht nur bei der Deutschen Post, sondern in allen großen Unternehmen nicht sehr humorvoll zugeht, dass da noch viel <strong>Optimierungsbedarf</strong> besteht, Dinge verbessert werden können. Denn, <strong>kommt</strong> etwas <strong>lockerer aus Leuten raus</strong>, wird etwas humorvoll gesagt, werde manche Kritik nicht unbedingt als Kritik verstanden.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>O-Töne:</strong></p>
<p>
	"Wie war deine Frage? / Wie kann ich humorvoller mit Kritik umgehen? / Indem du deine Kleidung änderst?"</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Sprecherin:</strong></p>
<p>
	Also immer schön entspannt bleiben, spontan und mit Humor auf verfahrene oder angespannte Situationen reagieren, im besten Fall mit einem kleinen Witz und feiner Ironie – all das sollen die Teilnehmer hier im Seminar lernen. Nicht theoretisch, sondern spielerisch im Praxistest. Die bunte Gruppe hat sichtlich und unüberhörbar Spaß am Rollenspiel. Aufmerksam beobachten die beiden Trainerinnen das lustige Treiben. Eva Ullmann, die das Leipziger Institut 2005 gründete, ist der Meinung, dass Humortraining keine Wissenschaft für sich ist. Sie hat das Institut aus einem bestimmten Grund ins Leben gerufen.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Eva Ullmann:</strong></p>
<p>
	"Es braucht das Deutsche Institut für Humor nicht zwingend. Also, das hab' ich nicht aus 'ner Notwendigkeit gegründet, weil es zu wenig Humor gibt, sondern einfach aus der Faszination an Humor mit 'ner gewissen Seriosität. Also was mich schnell interessiert hat, ist Humor in ernsten Situationen: Wie hoch darf die <strong>Dosis</strong> sein? Die Dosis macht das Gift."</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Sprecherin:</strong></p>
<p>
	Wichtig für Eva Ullman war also die Paarung von Humor und Ernsthaftigkeit, <strong>Seriosität</strong>. Entsprechende Studien des amerikanischen Psychologen Stephen R. Schmidt untermauern das. Er hat herausgefunden, dass sich zum Beispiel Schüler im Unterricht einen Sachverhalt leichter merken, wenn er mit einem Witz verbunden wird. Aber wie bei einem Medikament macht es die <strong>Dosis, </strong>die einzelne Menge. Denn würde der gesamte Unterricht aus Witzen bestehen, käme es zu einer <strong>Überdosis</strong>. Der Sachverhalt würde nicht mehr ernst genommen und die Schüler würden sich nichts merken. Aber: Wie viel Humor am Arbeitsplatz ist gesund, wann ist er angebracht und wo hört der Spaß auf? Gerade in Deutschland kommt es da öfter zu Missverständnissen, meint Teilnehmerin Roswitha aus Gmund am Tegernsee. In Großbritannien, das als Mutterland des feinen Humors und des Spielens mit Wörtern gilt, sei das anders. Dort sei Humor am Arbeitsplatz <strong>gang und gäbe</strong>, üblich.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>O-Ton Roswitha: </strong></p>
<p>
	"Ich bezeichne mich als sehr humorvoll. Ich war in erster Ehe in England verheiratet, und da war dieser englische Humor mit diesen vielen Wortspielen, den hab ich sehr geliebt. Und ich finde es sehr schade, dass das in Deutschland so wenig gebraucht wird. Also sie sind nicht humorlos, aber es ist sehr ungewöhnlich, Humor in den Arbeitsalltag zu integrieren – im Gegensatz zu England zum Beispiel, wo das <strong>gang und gäbe</strong> ist.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Sprecherin:</strong></p>
<p>
	Die Gründerin des Humorinstituts, Eva Ullmann, blickt jedoch optimistisch in die Zukunft.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Eva Ullmann:</strong></p>
<p>
	"Der deutsche Humor ist ja gar nicht so <strong>im Keller</strong>. Er ist eben nicht zwingend immer im Arbeitsbereich. Im Freizeitbereich, vom Karneval zur Varietészene zu 'Wir lachen gern in geselligen Runden'. Es war lange Zeit aus dem Arbeitsbereich so <strong>ausgekoppelt</strong>. Also ich glaube schon, das ist 'n zunehmender Markt, weil Leute sagen: Ich möchte auf der Arbeit auch Spaß haben dürfen, ohne dabei die <strong>Seriosität</strong> meiner Produkte oder die Seriosität meiner Arbeit zu verlieren."</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Sprecherin:</strong></p>
<p>
	Ullmann findet, dass die Deutschen ja gar nicht so humorlos sind, der Humor nicht <strong>im Keller</strong>, der tiefsten Stelle im Haus, ist. Auch im Arbeitsleben, wo Witz und Humor bislang <strong>ausgekoppelt</strong> waren wie eine technische Verbindung, die aus etwas herausgelöst wird, wolle man mehr lachen, ohne dabei als nicht ernsthaft, als <strong>unseriös</strong> zu gelten. Die Teilnehmer sind zufrieden mit den beiden Tagen Humortraining. Es hat ihnen <strong>eine Menge gebracht</strong>, sie haben Einiges gelernt. Der 60jährige Horst aus Bonn, der für mehr als 100 Angestellte verantwortlich ist, geht mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht durch den Raum. </p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>O-Ton Teilnehmer:</strong></p>
<p>
	"Also, mir hat das 'ne <strong>Menge gebracht</strong>, auch einige Ideen. Und ich finde es auch mit der Gruppe sehr angenehm zu arbeiten, weil eben hier sehr viel Kreativität im Raum steckt und 'ne offene Atmosphäre auch tatsächlich Ideen erzeugt, um einige Dinge besser handhaben zu können, also eben gerade auch Konflikte, Auseinandersetzungen, Dinge, die mit Humor sich besser managen lassen."</p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Fragen zum Text</strong></p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Produziert</strong><strong> jemand umgangssprachlich kreativen Müll, …</strong></p>
<p>
	1. äußert jemand seine Gedanken frei und ungeordnet.</p>
<p>
	2. bildet jemand sinnlose Sätze.</p>
<p>
	3. schafft jemand aus Müll künstlerische Dinge.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Wird jemandem sprichwörtlich der Spiegel vorgehalten, …</strong></p>
<p>
	1. soll jemand<strong> </strong>sich wiederfinden.</p>
<p>
	2. wird jemandem sein Handeln begreiflich gemacht.</p>
<p>
	3. soll jemand gezeigt werden, wie schön er/sie ist.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Hat jemand an Ansehen verloren, ist es sprichwörtlich …</strong></p>
<p>
	1. in der Kiste.</p>
<p>
	2. hinter dem Mond.</p>
<p>
	3. im Keller.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Arbeitsauftrag</strong></p>
<p>
	Testen Sie Ihren eigenen Humor. Formulieren Sie anhand der folgenden beiden Beispiele (Quelle: www.humorinstitut.de) eigene humorvolle/nicht humorvolle Sätze. Humorvoll: "Ich hab die Rechnung für meine Operation bekommen – jetzt weiß ich, warum die Chirurgen Masken trugen." Nicht humorvoll: "Ich habe die Rechnung für meine Operation bekommen – diese Chirurgen sind Diebe, bei den Preisen!" Humorvoll: "Die einfachste Art, Kindern etwas über Geld beizubringen, ist, sich welches von ihnen zu leihen." Nicht humorvoll: "Sich von Kindern Geld zu leihen ist eine einfache Methode, um ihnen etwas über den Wert von Geld beizubringen."</p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	Autor/in: Ronny Arnold; Beatrice Warken</p>
<p>
	Redaktion: Raphaela Häuser</p>
<p>
	 </p>]]></content>
  <category term="Alltagsdeutsch"/>
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  <title><![CDATA[Bauernfänger]]></title>
  <updated>2012-01-30T11:05:00Z</updated>
  <published>2012-01-30T11:05:00Z</published>
  <rights>2012 DW-WORLD.DE, Deutsche Welle</rights>
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  <summary><![CDATA[Ein Hundefänger fängt wilde Hunde, ein Fliegenfänger fängt lästige Fliegen. Aber warum sollte man einen Bauern fangen?]]></summary>
  <category term="Wort der Woche"/>
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  <title><![CDATA[Fachchinesisch]]></title>
  <updated>2012-01-25T12:21:00Z</updated>
  <published>2012-01-25T12:21:00Z</published>
  <rights>2012 DW-WORLD.DE, Deutsche Welle</rights>
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  <summary><![CDATA[Für Jägerlatein braucht man keine Grammatik zu lernen und mit Seemannsgarn lässt sich keine Matrosenhose flicken. Dafür kann man auch in Deutschland reichlich Fachchinesisch sprechen, ohne jemals in Asien gewesen zu sein]]></summary>
  <content type="html"><![CDATA[<p>
	 </p>
<p>
	Der Konjunkturmotor brummt, auch wenn viele Börsianer mit ihren Voraussagen oft neben der Ziellinie liegen. Schon dieser eine Satz zeigt: Die Umgangssprache ist reich mit Sprachbildern bestückt und jede Berufsgruppe hat ihr Scherflein dazu beigetragen. Spätestens seit der globalen Finanzkrise, die im Jahr 2008 begann, sind Aktienhändler, die an der Börse arbeiten, als Börsianer bekannt. Die Konjunktur als Motor zu sehen, ist hingegen schon länger beliebt. So ins anschauliche Bild gerückt, lassen sich reichlich Parallelen zeichnen: der Konjunkturmotor ist ins Stocken geraten, er stottert, ihm fehlt der Treibstoff. Im besten Falle brummt er eben, was bedeutet, der Wirtschaft geht es gut, die Auftragslage ist positiv, die Umsätze bescheren vielen Firmen gute Gewinne und sichern ihren Angestellten ihre Arbeitsplätze.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Analysten und Analytiker</strong></p>
<p>
	 </p>
<p>
	 Die Wirtschaftswelt hat in den vergangenen Jahren die Sprache um mindestens einen neuen Fachbegriff bereichert. Er taucht seitdem regelmäßig in Zeitungen, Radio und Fernsehen auf, man könnte auch sagen, ein Begriff, der Karriere macht: Statt vom Analytiker, der meist mit Psychologie und therapeutischer Hilfe in Verbindung gebracht wird, ist da vom Analysten die Rede, also von dem Börsenprofi, der die Wirtschaftslage analysiert und Tipps für die Aktienentwicklung abgibt – und sich die Tipps natürlich gut bezahlen lässt.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	Viele der positiven Voraussagen von Analysten lagen in der Vergangenheit leider neben der Ziellinie, und landeten, wie die Sportler sagen würden, im Aus. Im Sport würde das einfach keine Punkte geben. In der Finanzwelt aber bedeutet es oft große Verluste für die Anleger, die den Analysten vertraut haben.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Reset</strong><strong> für Gescheiterte</strong></p>
<p>
	 </p>
<p>
	 So mancher Analyst muss dann zum Analytiker, Systemabsturz sozusagen. Der Therapeut versucht dann durch einen geistigen Reset den Denkapparat des Bankers wieder zum Laufen zu bringen. Reichlich lässig könnte man so mit Begriffen von Computerspezialisten ausdrücken, dass der gescheiterte und deprimierte Aktienspezialist psychotherapeutische Hilfe sucht und vom Fachmann psychisch wieder aufgebaut wird.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	Computerspezialisten benutzen ihre technische Fachsprache gerne für andere Lebensbereiche, sprechen von Reset, wenn es um einen Neubeginn geht, verwenden abgespeichert, um auszudrücken, dass sie sich etwas merken werden oder sagen, dass ihre Festplatte voll ist, wenn sie erschöpft sind und nicht mehr fähig, Neues aufzunehmen. Diese Redeweise, Begriffe in einem anderen Kontext zu verwenden, wirkt immer etwas ironisch, ein Stilmittel, das deshalb auch gerne von Kabarettisten verwendet wird.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Unverständliches Fachchinesisch</strong></p>
<p>
	 </p>
<p>
	 Wenn Fachleute nur noch Ausdrücke ihrer Berufsgruppe benutzen, wird das oft zum Fachchinesisch, also zu einer Ausdrucksweise, die für die meisten Deutschen so unverständlich wie die Sprache Chinas ist. Bei Medizinern ist noch weitgehend anerkannt, wenn sie von Oesophagus statt Speiseröhre und Thorax statt Brustkorb sprechen. Die Fachbegriffe gelten als notwendig und sorgen meist für Ehrfurcht bei den Patienten.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	Wenn Weinliebhaber dagegen von Nase statt Geruch sprechen, den ersten Geschmackseindruck als Attacke bezeichnen und die Intensität des Nachgeschmacks als Abgang, dann wirkt das auf Nichtkenner schnell etwas abgehoben. Erst recht, wenn die Kenner Ausdrücke aus der Kellertechnik benutzen und den probierten Wein nach Säuregraden, Gärverfahren und Bodeneinfluss analysieren.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Wenn die Spontanvegetation um sich greift</strong></p>
<p>
	 </p>
<p>
	 Besonders, wenn Beamte und Politiker versuchen, etwas ganz genau in Worte zu fassen, kommt oft reichlich entstelltes Deutsch dabei heraus. Da wird das Unkraut in der Sprache der Stadtplaner zur Spontanvegetation und die Erfüllung der Schulpflicht wird zur Beschulung. Sogar vor einer Beelterung schrecken die Bürokraten nicht zurück, um die Suche einer Pflegefamilie für ein Kind auszudrücken. </p>
<p>
	 </p>
<p>
	Viele Begriffe wirken dabei unfreiwillig komisch. Legendär geworden ist die in der früheren DDR übliche Bezeichnung für Engel als Jahresendflügelfigur. Besonders im Amtsdeutsch neigt man zu Substantiven statt Verben, oft auch aneinandergereiht. Ein Begriffsmonstrum wurde so 1999 im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern geboren: das Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz, abgekürzt RflEttÜAÜG. Es war Teil eines Gesetzesvorhabens, das der damalige Landwirtschaftsminister Till Backhaus einbrachte. Die Abgeordneten des Landtags brachen darauf in lautes Gelächter aus. Der Titel wurde verändert.<br />
	 </p>
<p>
	<strong>Munter erfunden und dreist behauptet</strong></p>
<p>
	 </p>
<p>
	 So ziemlich jede Berufsgruppe hat ihre Fachsprache, auch die Jäger und Seefahrer. Das Seemannsgarn hat damit aber nichts zu tun, genauso wenig wie das Jägerlatein. Davon spricht man, wenn Jäger ihre Jagderfahrungen und -erfolge blumig ausschmücken, dabei gerne übertreiben und so manches Detail hinzuerfinden.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	Das tatsächliche Seemannsgarn wurde aus abgenutzten Tauen hergestellt. Dieses herzustellen war eine langweilige Arbeit, die viel Zeit kostete, bestens geeignet also, um den Schiffskollegen Erlebnisse zu erzählen und auch einfach nur zu erfinden. Diese Art von Geschichten wurde dann zum umgangssprachlichen Seemannsgarn, das in etwa dieselbe Qualität besaß wie Jägerlatein.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Geschwurbeltes</strong></p>
<p>
	 </p>
<p>
	Nun gibt es aber auch Geschichten, die weniger unterhaltsam sind als Seemannsgarn und Jägerlatein. Wer sich – ob als Politiker in der Talkshow oder als Stammtischbruder in der Kneipe – mit bloßen Behauptungen in den Vordergrund spielen will, der hat eben nichts als Geschwafel zu bieten. Geschwätz könnte man auch sagen. Und wenn der Angeber versucht, seine Gesprächspartner mit verwirrend komplizierten Sätzen zu täuschen, dann hat man in einigen Teilen Deutschlands auch dafür ein Wort parat. Das ist dann nämlich Geschwurbel: also viel Wort-Getöse, aber nichts dahinter.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Fragen zum Text</strong></p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Wenn ein Computer sich nicht mehr bedienen lässt, ist er …</strong></p>
<p>
	1. im Aus.</p>
<p>
	2. abgestürzt.</p>
<p>
	3. abgegangen.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Beschulung</strong><strong> bedeutet: …</strong></p>
<p>
	1. die Erfüllung der Schulpflicht.</p>
<p>
	2. die Errichtung von Schulen.</p>
<p>
	3. der Betrieb und Unterhalt von Schulen.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Seemannsgarn</strong><strong> und Jägerlatein haben eins gemeinsam: …</strong></p>
<p>
	1. Es wird immer die Wahrheit gesagt.</p>
<p>
	2. Es ist eine berufsgruppenspezifische Sprache.</p>
<p>
	3. Der Inhalt des Erzählten ist erfunden.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	<strong>Arbeitsauftrag</strong></p>
<p>
	Denken Sie sich eine Geschichte aus, in der sich zwei Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen unterhalten. Formulieren Sie einen Dialog, in dem jeder der beiden verschiedene Begriffe aus seinem Fachbereich verwendet und sie erklärt. Verwenden Sie bei der Recherche auch Alltagsdeutsch- oder Sprachbarfolgen der Deutschkurse.</p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	Autor: Günther Birkenstock</p>
<p>
	Redaktion: Beatrice Warken</p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>
<p>
	 </p>]]></content>
  <category term="Sprachbar"/>
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  <title><![CDATA[Eine frostige Angelegenheit]]></title>
  <updated>2012-01-18T10:58:00Z</updated>
  <published>2012-01-18T10:58:00Z</published>
  <rights>2012 DW-WORLD.DE, Deutsche Welle</rights>
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  <summary><![CDATA[Ob kalt gestellt oder kalt gemacht, ob kalte Schulter oder kalte Füße, ob frostige Stimmung oder gebrochenes Eis: Gefrorenes und andere kalte Angelegenheiten gibt's mehr als genug – und das nicht nur im Winter.]]></summary>
  <content type="html"><![CDATA[<p><strong></strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p>Wer scheut ihn nicht, den Kältesturz, wenn man gerade vom Urlaub aus dem warmen, sonnigen Süden kommt – oder die Kaltfront, die sich von Osten nähert. Sie bedeutet nämlich: eisige Temperaturen, dicke, warme Mäntel und eine saftige Heizkostenrechnung. Kalt ist das Gegenteil von warm. Beides hat gute und weniger gute Seiten: So wird Kaltes auch zum Abkühlen an heißen Tagen genutzt und Warmes, wie zum Beispiel ein Glühwein, wärmt an frostigen Wintertagen nicht nur das Herz.</p>
<p> </p>
<p><strong>Frierende Frauen und kaltherzige Männer</strong></p>
<p> </p>
<p> "Schatz, mir ist so kalt!": Welcher Mann hat diesen Satz nicht schon gehört, bevor er in Kontakt mit den eisigen Händen oder Füßen einer ihm geliebten Frau kam. Wer das ständige Frieren der Frauen aber auf Wehleidigkeit zurückführt, der sollte sich einmal für die Evolutionsgeschichte erwärmen. Frauen können nämlich nichts für ihre frostigen Gliedmaßen. </p>
<p> </p>
<p>Durch ihren geringeren Muskelanteil können sie viel weniger Wärme produzieren als Männer. Vielleicht sollten diese also etwas weniger kaltherzig sein und ein bisschen Mitgefühl zeigen. Schließlich gibt es ja auch den einen oder anderen Mann, der vor einem ersten Date kalte Füße bekommt. Ihm geht dann umgangssprachlich der Arsch auf Grundeis vor Angst. </p>
<p> </p>
<p><strong>Von gebrochenem Eis und frostiger Stimmung</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p> Ist diese Angst überwunden, geht es darum, das Eis zu brechen, also die erste Unsicherheit und Aufregung zu lösen. Gerade bei einer ersten Verabredung hat man ja oft das Gefühl, sich in einem gefährlichen, unsicheren Gebiet – also auf dünnem Eis – zu bewegen. Ein falsches Wort, ein falscher Satz und man kann sich kalte Füße holen, die in einer frostigen Stimmung enden. </p>
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<p>Das Eis dann zu Bruche zu bringen, würde in einer solchen Situation nichts nützen. Dabei würde man nämlich eine Entscheidung gewaltsam herbeiführen wollen – und gewaltsam hat sich noch kein Herz erobern lassen. Vielleicht hat man ja einfach zu viele oberflächliche Themen angesprochen und daher nur die Spitze des Eisbergs gesehen. Und bei einem Eisberg liegt der größte, nicht nur für einen Kapitän gefährliche, Teil bekanntlich unter Wasser. Ignoriert man das, kann es schnell zum Verhängnis werden, auf See und im Gespräch.</p>
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<p><strong>Bitterkalt und glühend heiß</strong></p>
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<p> Aber wir wollen dieses Thema jetzt erst einmal auf Eis legen und nicht weiterführen, denn wir haben bisher noch nicht den positiven Aspekt von Kälte und Eis angesprochen. Jetzt stellen wir uns einmal einen heißen Sommertag vor, die Sonne knallt und es geht kein Windhauch zur Abkühlung – was würden wir da nur ohne diese gefrorene Flüssigkeit tun. Über einen leckeren Becher Speiseeis, am besten direkt eine ganze Eisbombe aus der Kühltruhe, freut man sich doch bei Hitze wie ein Schneekönig. </p>
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<p>Ohne Kühlschrank, Gefrierschrank, oder Kühlung in anderer Form würden unsere Lebensmittel viel zu schnell verderben. Speisen müssen eben kalt gestellt werden, um ihre Haltbarkeit zu verlängern. Denn bei Wärme können sich Bakterien und Keime rapide vermehren. Auch manche hochprozentigen Getränke oder Sekt werden kalt gestellt, weil sie dann besser schmecken.</p>
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<p><strong>Kalte Menschen </strong></p>
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<p> Anders gestaltet sich das bei Personen, die kaltgestellt werden. Hat jemand sich unbeliebt gemacht – egal ob im Arbeitsleben oder privat – wird auch er kaltgestellt.   allerdings nicht im Kühl- oder Gefrierschrank. Diese Person wird nämlich in eine Lage gebracht, in der sie nicht mehr handeln kann. Manchmal kann aber auch nur die kalte Schulter gezeigt werden. Dann wird der- oder diejenige einfach nicht mehr beachtet. </p>
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<p>Kaltgemacht werden sollte sie möglichst nicht – es sei denn, man will sich im Gefängnis wiederfinden. "Ich mach dich kalt" sagt heiser eine Männerstimme – PENG! – dann knallt ein Schuss. Jemand fällt zu Boden, röchelt und ist tot. Alle sehen mit großen Augen zu und kalte Schauer laufen ihnen bei einem so kaltblütigen Mord über den Rücken. Hey, das war wirklich ein spannender DVD-Abend mit einem tollen Thriller! </p>
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<p><strong>Kaltblüter</strong></p>
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<p> Übrigens ist keineswegs jeder kaltblütige Mensch brutal, wie man so oft meint. Nein, kaltblütig heißt nicht direkt, dass man kaltherzig oder kalt wie eine Hundeschnauze ist. Ursprünglich sprach man von kaltblütig wenn jemand die Fähigkeit besaß, Ruhe zu bewahren, obwohl es um ihn herum heiß her geht. </p>
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<p>Im Gegensatz zu den rassigen Vollblütern, sind Kaltblüter unter den Pferden auch diejenigen, die sich durch ein ruhiges Temperament auszeichnen.</p>
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<p><strong>Die Ruhe in Person</strong></p>
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<p>Im Alltag könnte mancher ab und an ebenfalls kälteres Blut gebrauchen, nicht nur bei aufregenden Thrillern oder schwierigen Dates. Aber in solchen Momenten sollte der Spruch beherzigt werden: "Immer schön cool bleiben!"</p>
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<p><strong>Fragen zum Text </strong></p>
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<p><strong>Jemand kann nicht … werden.</strong></p>
<p>1.  kaltgemacht</p>
<p>2.  kaltgestellt</p>
<p>3.  kalt gemacht</p>
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<p><strong>Menschen ohne Mitgefühl sind in der Regel …</strong></p>
<p>1.  kaltherzig.</p>
<p>2.  verfroren.</p>
<p>3.  unterkühlt.</p>
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<p><strong>Sich redensartlich auf dünnem Eis bewegen bedeutet, dass…<br></strong>1.  man beim Schlittschuhlaufen aufpassen muss.</p>
<p>2.  jede Bewegung auf dem Eis bedachtsam ausgeführt werden muss.</p>
<p>3.  noch größere Probleme lauern als gedacht.</p>
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<p><strong>Arbeitsauftrag</strong></p>
<p>Kalt stellen oder kaltstellen, kalt lassen oder kaltlassen, kalt machen oder kaltmachen: die Bedeutung der Verben mit dem adjektivischen Bestandteil ändert sich bei Getrennt- beziehungsweise Zusammenschreibung. Bilden Sie entsprechende Sätze, in denen Sie diese im richtigen Zusammenhang einsetzen. </p>
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<p>Autorin: Kerstin Boljahn</p>
<p>Redaktion: Beatrice Warken</p>
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